Sie zahlen sie nicht gut, in vielen Bereichen ist die Arbeit vor allem psychisch sehr belastend. Dennoch gibt es bei Caritas, Volkshilfe, Hilfswerk und Rotem Kreuz keinen Bewerbermangel. Vor allem für Frauen sind Sozialberufe attraktiv – oftmals wegen der vielen Arbeitszeitmodelle.
Das Hilfswerk, das von Kinderbetreuung bis mobiler Altenhilfe ein breites Feld abdeckt, ist daher ein echter Frauenbetrieb: Von 850 Angestellten sind 30 Männer. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein ganz wichtiges Argument für uns als Arbeitgeber“, sagt Geschäftsführerin Viktoria Tischler.
Auch sie selbst, die zuvor Oberösterreich-Chefin beim Personalverleiher Adecco war, hat viel dazu gelernt. „Ich kann heute ganz anders mit älteren Menschen umgehen.“
Die Volkshilfe, die unter anderem Hauskrankenpflege, mobile Therapie, Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigung und Flüchtlingshilfe anbietet, hat 1500 Mitarbeiter, mehr als zwei Drittel davon in Teilzeit. Geschäftsführer Karl Osterberger sagt: „Zahlreiche unserer Mitarbeiter waren zuvor in der Privatwirtschaft. Motivation für den Wechsel ist für viele die Arbeit mit den Menschen.“
Die Caritas beschäftigt sogar 2700 Mitarbeiter, auch hier sind vier Fünftel Frauen. Ein Argument, die die die kirchliche Organisation für sich als Arbeitgeber ins Treffen führt, ist die meist räumliche Nähe des Arbeitsplatzes, da es in ganz Oberösterreich Stützpunkte gibt.
„Die Welt besser machen“
Mathias Mühlberger betont das Sinnstiftende: „Die Arbeit bei uns bietet etwas, was die meisten Jobs im Profit-Sektor nicht haben: Wir arbeiten jeden Tag an dem gemeinsamen Ziel, die Welt ein Stück weit besser zu machen.“
Beim Roten Kreuz arbeiten 1550 hauptberufliche, dazu kommen 16.000 freiwillige Mitarbeiter. Der Geschäftsleiter für Personalbereich, Christoph Patzalt, sagt, dass die ehrenamtliche Tätigkeit für viele die „Einstiegsdroge“ sei. Von den Mitarbeitern wird bestätigt, das umfangreiche Ausbildungsangebot sei attraktiv. Dazu komme das gute Image der Hilfsorganisation in der Bevölkerung.
Menschlich zum Personal
Noch ein Argument eint den Sozialbereich: Eine Organisation, die für die Menschen da sei, müsse das intern leben. „Wir müssen Menschlichkeit zum Programm erheben, um glaubwürdig zu sein“, so eine Arbeitgeber-Aussage. Das attestieren befragte Mitarbeiter: „Hier erfahre ich Aufmerksamkeit für meine Leistung, wie ich es in der Privatwirtschaft nicht kannte.“
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