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Gründer brauchen mehr als eine gute Idee

LINZ. Die Regionalsieger für Oberösterreich des diesjährigen Gründerwettbewerb i2b – GO! stehen fest. Wie sie und andere Jungunternehmer ihr Vorhaben finanzieren können, das wurde diese Woche präsentiert.

Bei der dieswöchigen Abschlussveranstaltung für Oberösterreich wurden das Team von „runtastic“ und die „Ökoexpert GmbH“ ausgezeichnet (Infos zu den Gründungsideen siehe oben).

Bei der österreichweiten Preisverleihung am 5. Dezember wird weiters das Projekt „isiQiri“ in der Kategorie Technologie einen Platz auf dem Siegertreppchen einnehmen.

Zu prinzipiellen Erfolgsbedingungen für Jungunternehmer sagt Irmgard Müller von der Wirtschaftskammer Oberösterreich: „Man muss ein risikobereiter, initiativer Unternehmertyp sein, braucht kaufmännische Grundkenntnisse, ausgezeichnete Branchenkenntnisse und eine gute Gründungsidee, von der man auch leben können sollte.“ Die beste Lebensversicherung für das künftige Unternehmen sei ein detaillierter, schriftlich ausgearbeiteter Geschäftsplan. „Das ist immer noch nicht selbstverständlich“, sagt Müller.

Auch an Scheitern denken

Markus Limberger, Generaldirektor der Allgemeinen Sparkasse (ASK), ergänzt: „Man sollte sich auch kritisch mit seiner Gründungsidee auseinandersetzen und überlegen, was ist, wenn der Plan nicht aufgeht. Rechtzeitig umzukehren ist für die weitere Lebensexistenz extrem wichtig.“

Früh genug informieren

Für die künftigen Firmengründer gab es zudem gute Tipps, um an Förderungen bzw. Geldgeber zu kommen. Die oberste Prämisse zog sich durch alle Vorträge: unbedingt lange genug vor dem geplanten Firmenstart sich im Gründerservice der Wirtschaftskammer (WK) und bei Banken informieren.

Allein werde man kaum durch den Förder-Dschungel finden. Teilweise gibt es auch nur Geld, wenn der Förder-Antrag über die Banken eingereicht wird, sagt Alexander Stockinger vom Gründerservice der WK Oberösterreich. So gibt es den Förderbonus von 14 Prozent auf ein Gründungskonto nur dann, wenn das Geld ein Jahr auf einem Konto liegt, bevor es für eine Gründung verwendet wird. „Bei 10.000 Euro auf dem Konto sind das 1400 Euro geschenktes Geld“, sagt Stockinger.

Auch Monika Rathfuss vom Gründer-Center der ASK sagt: „Erst Förderungen beantragen, dann erst investieren und Maschinen bestellen und kaufen, sonst ist es zu spät.“ So würden immer wieder Förderanträge vom aws, dem Austria Wirtschaftsservice, abgelehnt, weil das Bestelldatum für eine Anlage vor dem Antragsdatum liegt.

Nicht ohne Eigenmittel

Während das aws einen Eigenmittel-Anteil von 20 bis 25 Prozent der Gründungskosten für eine Förderwürdigkeit voraussetzt, sind es bei der oberösterreichischen KreditGarantie Gesellschaft (KGG) 30 Prozent.

Ein ganz anderer Weg, zu Geld für eine Unternehmensgründung zu kommen, sind Risikogeldgeber wie Venture Capital Fonds. Zielgruppe dieser Investoren, die mit einer Beteiligung an einer jungen Firma Geld verdienen wollen, sind vor allem technische Unternehmen, die eine Innovation vermarkten wollen. Dabei geht es um Investitionssummen von mehr als 500.000 Euro für den Fonds.

Marc Stein, der in der tech2b Inkubator GmbH Erfinder und Gründer berät, sagt zu den Erfolgsaussichten: „Ein Venture Capital Fonds bewertet 100 bis 150 Projekte im Jahr. Nur bei zwei bis drei Firmen steigt er tatsächlich ein.“

Einfacher und schneller komme man zu Business Angels. Diese „geldbringenden Engel“ sind meist Privatinvestoren, die Geld und ihre Kontakte mitbringen, um einem Jungunternehmer zu helfen. Diese bringen in Österreich zwischen 50.000 und 100.000 Euro in die Jungfirma ein. (sib)

Kommentare
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Artikel 28. November 2009 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Gründer brauchen mehr als eine gute Idee

"Ein Gründer sollte seine Idee kritisch hinterfragen." M. Limberger, Allg. Sparkasse  Bild: Reiter - i2b

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