Eigentlich ist es eine Doppeldiplomarbeit, die Keplinger stellvertretend für seinen Ko-Autor Martin Kaltenbrunner aus Gmunden dem Publikum präsentierte. Kaltenbrunner durfte die von beiden entwickelte Methode, mit der sich Formänderungen von Kunststoffen elektrisch steuern lassen, zeitgleich auf einer Fachtagung in San Francisco vorstellen.
Unter dem Titel „Gummi lässt die Muskeln spielen“ startete Keplinger eine Performance der Extraklasse. Gekonnt bezog er das Publikum ein, zeigte einen Bionik-Armsensor, ließ Arnold Schwarzenegger in einem Filmausschnitt auftreten und beeindruckte durch viel Charisma.
Am Institut für Experimentalphysik, Abteilung „Physik weicher Materie“, gewinnt das Forscherduo die „Muskelmasse“ für seine Experimente mit gummiartigen Klebebändern, die elektrische Signale in Bewegung umsetzen. Um sie „zum Leben“ zu erwecken, bringt man auf beiden Seiten dehnbare Elektroden an und versorgt diese mit elektrischer Spannung. Die Ladungen ziehen sich zusammen, das Band wird zusammengedrückt und dehnt sich seitlich aus – wie ein wassergefüllter Luftballon, den man auf den Boden fallen lässt.
Auf eine Overhead-Folie geklebt, bringen die künstlichen Muskeln bei Kontakt mit einem Frequenzgenerator ihre Unterlage zum Vibrieren. Die Folie gibt dabei Töne ab, die man im Mikrofon hören kann. Solche künstliche Muskeln ermöglichen die Entwicklung neuer technischer Systeme.
Für den Sieg gab’s 2400 Euro Preisgeld und die Wilhelm Macke Trophäe. Im Finale knapp geschlagen: Sebastian Frank (Thema „Antimaterie“) und Johannes Mayrhofer (Thema „Bose-Einstein-Kondensat“).