1. Auto
Autos belasten die jährliche CO2-Bilanz der Österreicher im Schnitt mit rund 1,6 Tonnen pro Kopf.
2. Flugreisen
Ein oft unterschätzter Faktor: Ein Flug nach Teneriffa und retour verursacht zwei Tonnen CO2 pro Kopf.
3. Heizen
Wer seine vier Wände gut dämmt und mit Biomasse heizt, hat beim Klimaschutz die Nase vorn.
4. Strom
Standby-Geräte sind lästig, aber alte Kühlschränke und Gefriertruhen die gefährlicheren Stromfresser.
5. Ernährung
Klimaschützer setzen auf Bioprodukte aus der Region und wenig Fleisch. Das ist auch gesünder.
6. Konsum
Es muss nicht immer das neueste Handy sein. Viele Dinge lassen sich verwenden, bis sie kaputt sind.
OÖN-Redakteur Edmund Brandner
Auto: Was für ein schlechter Einstieg: Edmund Brandner fuhr mit dem Dienstwagen zum Treffen mit Gabriela Moser. Der Zeitdruck war zu groß, sagt er. Überhaupt sei er als Lokalredakteur im Salzkammergut bei seiner Arbeit oft auf den Dienstwagen angewiesen. Sein eigenes Auto hatte er im Jänner verkauft und legte seither 2600 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Trotzdem: Moser ist beim Autoboykott konsequenter.
Flugreisen: „Der Verzicht auf Flugreisen ist die einfachste Art, CO2 zu sparen“, sagt Brandner. „Eine einzige Entscheidung erleichtert die Bilanz um Tonnen.“ Der OÖN-Klimaretter und seine Familie fahren nur noch per Bahn in den Urlaub. Auf Pressereisen mit dem Flugzeug verzichtet er seit Jahresbeginn. „Mit zusammengebissenen Zähnen“, wie er zugibt.
Heizen: Beim Heizen hat Brandner einen klaren Startvorteil. Vor drei Jahren zog er mit seiner Familie in ein neues Niedrigenergiehaus ein und entschied sich für eine Pelletsheizung. Das ergibt jährliche Heizkosten von rund 400 Euro und ist praktisch klimaneutral. Nicht zu toppen.
Strom: Das Warmwasser für Waschmaschine und Geschirrspüler kommt bei Brandner aus dem Sonnekollektor. Das hilft aber nichts, wenn man eine Tauchpumpe im Garten versehentlich einen Monat lang mit voller Leistung laufen lässt. „Ich fürchte, heuer werden wir mehr als 4000 Kilowattstunden verbrauchen“, sagt der Redakteur. Immerhin: Der Strom stammt aus Wasserkraft.
Ernährung: Brandner liebt deftige oberösterreichische Hausmannskost, bei der Fleisch eine große Rolle spielt. „Ich habe mich schon stark eingebremst“, sagt er. „Aber mir ist klar, dass ich mich noch klimaschonender ernähren könnte.“ Zumindest hat er in diesem Jahr seine Liebe für regionale Produkte entdeckt. Hochseefisch kommt im Hause Brandner nicht mehr auf den Tisch, sagt er. „Unsere Reinanken aus dem Traunsee sind besser.“
Konsum: Auch beim allgemeinen Konsumverhalten sieht Brandner im eigenen Haus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Funktionswäsche zum Radfahren, ein neuer Rasenmäher, billige Filme auf DVDs vom Diskonthändler – streng genommen wäre das alles nicht notwendig, gibt er zu. „Aber auch hier gilt: Ich habe mich schon stark zurückgenommen.“ Die Hysterie um das neue iPhone lässt der OÖN-Redakteur wehmütig an sich vorüberziehen. Denn er weiß: „Telefongespräche werden mit schicken Geräten auch nicht interessanter.“
Grüne Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser
Auto: Als Linzerin kann Gabriela Moser seit vielen Jahren auf ein eigenes Auto verzichten. Sie fährt öffentlich, und wenn es sein muss, lässt sie sich von anderen Menschen mitnehmen. Bei einem offiziellen Anlass stieg sie einmal in den Dienstwagen eines Bischofs ein. Sein Fahrer war skeptisch, aber der Würdenträger meinte: „Ach, nehmen wir die arme Frau doch mit.“
Flugreisen: Pech für die Frau Abgeordnete. Sie ließ sich heuer zu einem Flug nach Thailand hinreißen, um dort an einem internationalen Politikkongress teilzunehmen. „Sonst fliege ich nie“, sagt sie. Doch das hilft ihr nichts. Einmal Ostasien und retour bedeutet mehr als zehn Tonnen CO2 – die Gesamtjahresbilanz eines durchschnittlichen Europäers. Im Treibhausgasduell gegen Brandner bedeutet das die sichere Niederlage.
Heizen: Hier rächt sich der Wohnort in der Linzer Innenstadt. Familie Moser lebt in einer Altbauwohnung, die mit Gas geheizt wird. Zwar hat die Frau Abgeordnete die Nordfassade ihres Domizils mit Kork gedämmt, aber gegen Brandners Biomasseheizung hat sie keine Chance.
Strom: Im moserischen Haushalt wird das Geschirr mit der Hand gespült (übrigens partnerschaftlich), und es gibt keinen Gefrierschrank. Und weil auch sonst möglichst wenig Strom fließt, betrug der Verbrauch im Vorjahr nur 1467 Kilowattstunden. Ökostrom, versteht sich. Damit lässt die Politikerin dem Journalisten keine Chance.
Ernährung: Gabriela Moser ist Grüne, aber trotzdem keine Vegetarierin. „Manchmal belohne ich mich mit einem Leberkässemmerl“, sagt sie. „Aber sonst esse ich wenig Fleisch, während der Woche eigentlich gar keines. Auch aus gesundheitlichen Gründen. Und es fehlt mir eigentlich auch nicht.“
Konsum: „Bei uns werden Dinge verwendet, bis sie nicht mehr zu reparieren sind“, sagt Moser, die wie zum Beweis mit einem alten klapprigen Fahrrad durch Linz fährt. Bemerkenswert ist ihre Einstellung zu Mode. „Ich habe die gleiche Kleidergröße wie meine Mutter und trage gerne Stücke, die sie nicht mehr braucht“, sagt sie Kritiker werden ihre Konsumverweigerung als wirtschaftsfeindlichen Akt auslegen. Im Duell mit Brandner verhilft sie ihr zum Punktesieg in der Themenauflistung.
Ergebnis des Duells
Brandner : Moser
Auto: 0:1
Flugreisen: 1:1
Heizen: 2:1
Strom: 2:2
Ernährung: 2:3
Konsum: 2:4
Endstand: 2:1*
* Drei Punkte Abzug für Moser wegen eines Asienflugs
mehr mit dem Klimaretten! Brandner fährt zuviel unnütze Kilometer mit dem Dienstwagen. Man kann ja auch vieles telefonisch recherchieren. Und: warum beantragt Brandner kein Elekto- oder wenigstens ein Hybridauto? Außerdem sollten die Kollegen auch ein wenig mithelfen beim Klimaretten. Das wird nichts mehr mit dem Klima...
... das musst du schon ihm überlassen.
Dann recherchiert er telefonisch, und der Nächste wirft ihm vor, er recherchiert nicht ordentlich.
Elektroauto?
Gute Idee!
Das nächste dann...
Kollegen mitmachen?
Das kommt auch.
Schritt 2 ...
Muss denn immer alles auf einmal und sofort 100%ig sein?
Der Brandnder versucht aufzuzeigen, dass es doch auch im Kleinen was bringen kann.
Damit solche "Das wird nichts mehr"-Leute wie du anfangen umzudenken.
Und draufkommen, dass es vielleicht doch noch was wird.
Wenn sie selber auch mitmachen ...
was soll bitte an der Tatsache, dass Fr. Moser das Geschirr mit der Hand spült klimarettender sein, als die gängige Methode mit dem Geschirrspüler. Mittlerweile weis wohl jeder Volksschüler, dass ein (halbwegs moderner) Geschirrspüler ökonomischer ist, als wenn Geschirr mit der Hand gewaschen wird. Der Punkt sollte also klar an Brandner und nicht an Fr. Moser gehen !
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