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Oberösterreich  > Wir retten das Klima

Der Klimamönch wird Elektro-Separatist

Im vergangenen Jahr war der OÖN-Klimamönch mit Vortragsreisen ausgefüllt. Heuer widmet er sich wieder ganz dem Kampf gegen die Erderwärmung. Und will lernen, wie man sich Strom selbst bastelt.

Da bin ich wieder. Man las in letzter Zeit wenig von mir – aber ich rette nach wie vor das Klima. Im Vorjahr war ich mit Vorträgen über mein Dasein als Klimamönch ausgefüllt. Was mich in eine bizarre Situation brachte. Ich fuhr mehrmals pro Woche mit dem Dienstwagen quer durch Oberösterreich und erzählte gutgläubigen Menschen, wie schön es ist, auf das Auto zu verzichten. (Jetzt ahne ich, wie mies sich Politiker im Wahlkampf fühlen müssen.) Fragen Sie bitte nicht, wie viel CO2 ich bei diesen Reisen in die Atmosphäre blies!

Trotzdem bin ich weiterhin wild entschlossen, die Erderwärmung zu stoppen. Zur Erinnerung: Ich habe mein Auto verkauft, verzichte auf Flugreisen, stellte mein Ernährungs- und Konsumverhalten um und mache auch sonst bei allem mit, was die Klimaschützer von uns verlangen. Ich habe sogar unserem Kater das Dosenfutter abgewöhnt.

Jetzt kommt der nächste Schritt: Ich stelle mir meinen Strom selbst her. Zwar beziehe ich ohnehin Ökostrom aus Wasserkraft. Aber trotzdem können wir den Bau weiterer Atom-, Kohle- und Erdgaskraftwerke verhindern, wenn möglichst viele von uns selbst Strom ins Netz speisen.

Weil die Investitionskosten hoch sind, war meine Frau nicht leicht zu überzeugen. Aber der Rechnungshof half mir freundlicherweise dabei. Gemeinsam packten wir sie bei ihrem Gerechtigkeitssinn. „Engel“, sagte ich zu meinem Engel. „Laut Rechnungshof verdienen die Vorstände unseres Stromlieferanten im Schnitt 721.800 Euro pro Kopf und Jahr. Das können wir nicht länger unterstützen. Ich will so viel Strom wie möglich selbst herstellen und den Rest bei einem kleinen sympathischen Ökostrom-anbieter zukaufen. Die Großkonzerne können mich mal an der Steckdose kraulen.“

Diese starken Worte überzeugten meine Frau. Im Frühjahr werden wir uns eine Photovoltaikanlage zulegen und sie aufs Hausdach montieren. Denn auch für Elektrizität gilt der eherne Grundsatz: Selbstgemacht schmeckt’s immer noch am besten.

Unsere Freunde sind skeptisch. „Rechnet sich das denn?“, fragen sie. Ich könnte ihnen sagen, dass sich die Anschaffungskosten in 15 bis 20 Jahren amortisieren – je nach der Entwicklung des Strompreises. Aber so einfach will ich es ihnen nicht machen. Ich schaue ihnen ganz tief in die Augen, und stelle eine böse Gegenfrage: „Rechnet es sich denn, ein Auto zu kaufen, das mehr als 15.000 Euro kostet?“

Da haben sie dann etwas zum Nachdenken.

 

Blog: OÖN-Klimamönch
Edmund Brandner verfasst über seinen Selbstversuch auch einen Blog.

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ich gebe nur zu bedenken... · von holzi74 (2) · 09.01.2012 19:29 Uhr

@... dass die produktion der halbleiterplatten hoechst umweltschaedlich ist und daher die umweltbilanz der photovoltaik meines wissens nach (zumindest in unseren bescheidenen breiten) sehr zu hinterfragen ist. nix bzw wenig zu verbrauchen ist meiner meinung nach zuallererst anzustreben!

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Quellenangabe · von maXOLAR (21) · 11.01.2012 15:41 Uhr

Ich bitte um eine Quellenangabe für diese Aussage (z.B. Stammtisch Hinterfurzkirchen am 7.01.2012).
Nix zu verbrauchen geht nur recht bedingt, weniger zu verbrauchen unterschreib ich sofort!

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ich gebe nur zu bedenken... · von holzi74 (2) · 09.01.2012 19:26 Uhr

... dass die produktion der halbleiterplatten hoechst umweltschaedlich ist und daher die umweltbilanz der photovoltaik meines wissens nach (zumindest in unseren bescheidenen breiten) sehr zu hinterfragen ist. nix bzw wenig zu verbrauchen ist meiner meinung nach zuallererst anzustreben!

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Artikel 07. Januar 2012 - 00:04 Uhr
Edmund Brandner
Bild vergrößern Der Klimamönch wird Elektro-Separatist

OÖN-Redakteur Edmund Brandner will sich eine Photovoltaikanlage zulegen.  Bild: ebra

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