Welser Straßen

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Bild: wels marketing, honorarfrei (Wolfgang Simlinger, Stadlgasse 9)
Bild: wels marketing, honorarfrei (Wolfgang Simlinger, Stadlgasse 9)

In der Schmidtgasse lässt sich Geschichte hautnah erleben

  • „Smid gassen“: In einer Urkunde vom 14. März 1397 ist die Querstraße zum Stadtplatz erstmals erwähnt.
  • Vor 140 Jahren: Das Schmidttor fiel 1875 der Spitzhacke zum Opfer, seine Umrisse sind aber im neuen Pflaster dargestellt.

Schmidtgasse

Der Umbau der Schmidtgasse vergangenen Sommer war ein Qualitätsschub für die Innenstadt. Nicht nur Pflasterung und Möblierung finden Gefallen. Die Beleuchtung mit Strahlern von oben macht die Schmidtgasse optisch größer. Sie wirkt heller, hier fühlen sich die Menschen sicher. „Ich habe in der neuen Schmidtgasse das Gefühl, als wäre ich in einem Urlaubsort“, lobt Ingrid-Maria Lux aus Thalheim.

Ich wohne in der Schmidtgasse: Sie ist sehr schön, sauber und nicht laut.“
Judith Kabamba, Wels

Als „Smid gassen“ wird die einstige Hauptausfallstraße nach Norden erstmals am 14. März 1397 erwähnt. Die Gebäude zählen zu den ältesten der Stadt. Und sie weisen Besonderheiten auf: Die westseitigen Handwerkshäuser zwischen Stadtplatz und Freiung fallen durch besonders kleinräumige Parzellen auf. Nördlich der Einmündung der Freiung sind die Häuser bedeutend größer. Die Gebäude an der Schmidtgassen-Ostseite sind fast durchwegs gleich groß.

Infos gibt es auf dem Boden

„Wir profitieren von der neu gestalteten Schmidtgasse und dem benachbarten Neubau.“
Klaus Gmeiner, Optik Stockinger

Zur Vorstadt hin war die Schmidtgasse durch ein Tor begrenzt, das 1875 abgetragen wurde. Nach der vorjährigen Umgestaltung der Gasse kennzeichnen nun alte Pflastersteine den seinerzeitigen Grundriss des Schmidttores (Höhe Thalia/Sisley). Wer den im Boden eingelassenen QR-Code mit seinem Smartphone fotografiert, erhält flugs Informationen über die Welser Stadtmauer – und natürlich das Schmidttor.

Besucher der Fußgängerzone können einen sehr guten Eindruck von der mittelalterlichen Straße gewinnen: Achten Sie beim nächsten Spaziergang auf die vorkragenden Obergeschoße bei den westseitigen Häusern Schmidtgasse 3 bis 11.

Die Gasse mit den vielen eigentümergeführten Läden war 1977 die erste Fußgängerzone in Wels.

Interessantes zur Schmidtgasse:

  • Glänzend: Seit acht Jahren schmückt Bijou Brigitte in der Bäckergasse 30 große und kleine Kundinnen mit modischen Haar-Accessoires, trendigem Mode- und Silberschmuck.
  • 2004: Noch bis Ende März zeigt die Galerie Marschner im Haus Schmidtgasse 1 „7 Künstler der ersten Stunde“. Sie waren vor zehn Jahren dabei, als Innenarchitekt Christian Marschner die Galerie ins Leben rief.
  • 75 Liter Getreide fasst der Metzen: Die Nachbildung des seinerzeitigen über Wels hinaus gültigen Messinstruments steht an der Ecke Schmidtgasse/Stadtplatz, das Original aus 1552 ist in der Burg zu bewundern.

Investitionen

Geld privater Investoren beschert der Schmidtgasse Qualitätsschub

Generationen von Kindern standen vor den Auslagen des „Olympia – Haus des Kindes“ und wünschten sich, dass ihre Spielzeug-Träume erfüllt werden. Nun steht die Damenwelt vor den Auslagen des Hauses Schmidtgasse 15 – und träumt: Statt dem Spielwaren- und Kindermodengeschäft firmieren dort seit 1. September Jolanta Rosenberger und ihr Team vom Modehaus „Panna Cotta“.

Die gebürtige Polin eröffnete ihr Geschäft am 8. März 2007 zunächst in der Gortana-Passage – nicht umsonst am internationalen Frauentag: „In meiner früheren Heimat war es üblich, dass Frauen an diesem Tag Blumen erhielten. Den Valentinstag gab es in Polen damals nicht“, sagt Rosenberger.

Ihr modänes Geschäft mit fast fünf Meter hohen Räumen lockt Kunden aus ganz Oberösterreich, aus Salzburg und Wien an: „Welserinnen, die nun in den USA leben, kaufen bei ihren Heimatbesuchen auch immer bei uns ein.“

Die Übersiedlung von der Gortana-Passage an die neue Adresse wurde durch die Investition der Ziegler Immobilien GmbH möglich: Drei Millionen Euro steckte die Gesellschaft zwischen Juli 2013 und August 2014 in den Umbau der Doppelhäuser Schmidtgasse 15 und 17. Neben „Panna Cotta“ entwickelte sich das benachbarte Café „Mika“ zur echten Bereicherung in der Gasse. In dem Gebäude gibt es noch neun Mietwohnungen mit bis 60 Quadratmetern, und hoch droben ein Penthouse mit 120 Quadratmeter Wohnfläche und einer 60 Quadratmeter großen Terrasse.

Der Umbau ist auch aus einem anderen Grund ein Vorbild: Die Fassade des Nachbarhauses über dem Torbogen zur Freiung war Tage vor der Schmidtgassen-Eröffnung im September ein Schandfleck. Das Haus wurde dennoch neu gefärbelt, weil sich die Ziegler Immobilien-GmbH und das Stadtmarketing die Kosten geteilt haben – die Hauseigentümer aus Graz hatten freilich nichts dagegen.

Interview

Richtsteiger
Der Chef des süßen Urbann-Reichs  
Bild: muef

Interview mit Markus Richtsteiger

„Vor fünf Jahren haben wir unsere Geschäftsfläche verdoppelt. Dieses Risiko hat sich bezahlt gemacht.“
Andrea Kristof, Filialleiterin, Marc O’Polo (fam)

Seit 1. Jänner 2011 ist der 39-jährige Linzer Geschäftsführer des Cafe Urbann: Richtsteiger ist mit Hauptgesellschafter und WT1-Chef Wolf Dieter Holzey Miteigentümer. Bereits seit 1853 gibt es das Kaffeehaus in der Schmidtgasse 20.

  1. Die Schmidtgasse wurde im Vorjahr umgebaut: Haben Sie davon profitiert?

    Durch den Umbau während des Sommers gab es natürlich Umsatzrückgänge. Langfristig wird sich das Projekt sicher positiv auswirken. Das neue Pflaster ist nett und schön, die Besuchermassen sind freilich noch nicht gekommen.
  2. Ihr Cafe in der Schmidtgasse ist Sonntag wieder geschlossen: Weshalb?


    Wir haben die Sonntags-Öffnung drei Jahre lang probiert. Anfangs gab es eine sehr gute Zustimmung. Aber die Umsätze gingen kontinuierlich zurück. Der Personaleinsatz für die etwas bessere Frequenz zwischen 15 und 17 Uhr rechnet sich einfach nicht. Außerdem haben wir mit dem „Urbann am Park“ beim Welios ohnehin einen Betrieb an Sonn- und Feiertagen offen.
  3. Was wünschen Sie sich als Innenstadt-Unternehmer für die Zukunft?


    (lacht) Es wird ja angesichts der Wahlen im Herbst ohnehin viele gute Ideen seitens der Politik geben. Ohne Scherz: Wir brauchen eine höhere Frequenz. Es beginnt beim öffentlichen Verkehr: Wieso fährt kein Bus über den Ring oder den Stadtplatz? Es endet beim Leerstand: Wieso steht das Thalia-Geschäft so lange leer?

 

Von Friedrich M. Müller, Erik Famler und Michaela Krenn-Aichinger, 20. Februar 2015

Kommentare

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„der glanz ist weg - olympia, kostka, niedermayer (oder wie hat der stoffgeschäft geheissen), ...“ unbekannt der glanz ist weg - olympia, kostka, nie...
„Denke ich auch. Die Welser Bevölkerung wird der SPÖ sicher keinen Gefallen tun. “ PubliusCorneliusTacitus Denke ich auch. Die Welser Bevölkerung w...

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