OÖN: Frau Stöcklmayr, Was ist Ihre größte Verantwortung?
Stöcklmayr: Im Prinzip: Dass alles glatt läuft, alle Gebiete abgegangen werden, dass mit dem Geld alles passt, die Kinder heil zurück kommen, dass sie gute Begleitpersonen haben, die aufpassen. Sie tragen generell die größte Verantwortung. Sie müssen schauen, dass den Kindern und ihnen selbst nichts passiert. Und haben auch eine Menge Geld mit.
OÖN: Wie sind Sie Leiterin geworden?
Stöcklmayr: Ich war schon als Kind, ab dem ersten Jahr, als es möglich war, bei der Jungschar. Vor vier Jahren habe ich sie übernommen und damit das Sternsingen.
OÖN: Gibt es genug junge Sternsinger?
Stöcklmayr: Es gibt genug Kinder. Die Lage ist aber von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich, das hängt auch mit den Urlauben zusammen. In meinem ersten Jahr war es schwierig, dann ist es besser geworden. Ich glaube allgemein, dass in Österreich weniger Kinder auf die Welt kommen. Bis jetzt ist das kein Problem. Noch nicht.
OÖN: Interessiert es die Kinder in unseren Zeiten, Sternsinger zu sein?
Stöcklmayr: Von den Kindern, die bei uns in der Jungschar sind, gehen die meisten, die Zeit haben, sehr gerne mit.
OÖN: Was waren Ihre besten Erlebnisse bei der Sternsinger-Aktion?
Stöcklmayr: Das ist natürlich jedes Jahr, wenn man seinen eigenen Spendenrekord übertrifft. Wenn man die Kinder sieht, wie sie so richtig stolz sind auf das, was sie erreicht haben und sich darüber freuen.
OÖN: Wie hoch war Ihr letzter Spendenrekord?
Stöcklmayr: Wir haben 2011 mehr als 9000 Euro gesammelt. Wir übertreffen jedes Jahr den alten Rekord, weil die Leute mehr bereit sind zu spenden. Dabei spielt der Brauch, von Haus zu Haus zu gehen und den Segen zu bringen, eine große Rolle.
OÖN: Die Leute spenden trotz der aktuellen Krise?
Stöcklmayr: 2011 haben wir das noch nicht gemerkt. Die Finanz- und Eurokrise, die sich heuer gezeigt hat, kann aber noch Auswirkungen haben.
OÖN: Verstehen die Kinder den Sinn des Sternsingens oder ist es nur Freizeitgestaltung?
Stöcklmayr: Die Kinder verstehen sehr wohl den Sinn dahinter. Bei der Probe wird erklärt, wofür gespendet wird. Das ist, so sage ich jetzt Mal, ihr Beitrag, den sie an der Welt leisten.
OÖN: Die Sternsinger sind eine Aktion der katholischen Kirche. Sind Sie selbst gläubig?
Stöcklmayr: Ja, schon. Mein Bezug zur Kirche und zum Glauben kommt über die Gemeinschaft, die ich über die Jugendarbeit kennengelernt habe. Die Pfarre ist für mich eine Gemeinschaft. Sie spiegelt sich darin wider.
OÖN: Könnten Sie sich vorstellen aus der Kirche auszutreten?
Stöcklmayr: Nein. Das kommt für mich nicht in Frage. Im Prinzip ist die Kirche schon seit ich ein Kind war ein fixer Bestandteil meines Lebens. Kirchlich heiraten, Taufpatin zu werden, gehört für mich einfach dazu.
OÖN: Was ist Ihre Motivation für Jungschar und Sternsinger-Aktion?
Stöcklmayr: Die Kinder, man sieht am Ende des Jahres, wie sie sich freuen, über die Gemeinschaft, gewonnene Freundschaften. Man sieht den Sinn der Arbeit, die man geleistet hat. Das „Darum“, für das, was man gemacht hat.
Rund 20 Sternsinger in der Pernau
Seit Dienstag sind rund 20 Jungscharkinder der Pernauer Pfarre St. Josef als Sternsinger unterwegs. Mit ihren Begleitern gehen die Acht- bis 14-Jährigen alle Haushalte in zwölf Sprengeln des Pfarrgebiets ab. Für den reibungslosen Ablauf ist Verena Stöcklmayr zuständig. Die Jungscharchefin teilt u. a. die Gruppen so ein, dass sie am richtigen Tag am richtigen Ort unterwegs sind. Organisieren macht der 22-Jährigen Spaß. Sie arbeitet in einer Spedition. Dort kümmert sie sich um Beladung und Transport von Containern.
Pistenspaß – „Besser kann es nicht sein“
OMV stößt auf große Gasquelle, bangt aber um Nabucco-Projekt
Aufstand gegen Chelsea-Trainer
Aschermittwoch in Bayern: Maulkorb für die CSU-Wadlbeißer