„Um die Glasplatte zu befestigen, verwende ich ein patentiertes System. Dem Baum passiert dabei nichts, der lebt unbeschadet weiter“, sagt Hörmandinger. Der gelernte Tischler verwendet dafür sehr seltene Ginseng-Bonsai-Bäume, die mehr als 100 Jahre alt sind und in Baumschulen aufgezogen worden sind. Es sei mitunter schwierig, derartige Bäume zu finden, „denn über das Internet findet man so etwas nicht“.
Inspiration aus den OÖN
Die notwendige Inspiration holte sich der 26-Jährige während eines neunmonatigen Aufenthaltes in den USA. „Ich habe eine Anzeige in den Oberösterreichischen Nachrichten gelesen, in der ein ausgewanderter Schweizer für seine Holzmanufaktur in Colorado Leute gesucht hat“, sagt er. Wenig später fand sich der Abenteurer aus Kallham für ein Berufspraktikum im Mittleren Westen, ganz in der Nähe der Rocky Mountains, ein.
Die Tische seiner neu geschaffenen Produktlinie, die er bekennenderweise auf den Namen „Living Furniture“ – also: „Lebendige Möbel“ – getauft hat, sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Es handle sich um exklusive Einzelanfertigungen. Auf Anfrage ist so gut wie alles möglich: Vom Beistelltisch (der mit 5000 Euro zu Buche schlägt) mit einem Meter Durchmesser bis hin zum Esstisch für bis zu acht Personen.
Neues Design, altes Holz
Als der Kallhamer vor rund einem Jahr die Heimreise nach Österreich antrat, hat er eine Idee im Gepäck: „Möbelstücke gestalten, mit denen wir Natur, Tradition und Moderne in einzigartigem Design verbinden.“ Gesagt, getan. Weil sich der Jungunternehmer für die Beschaffung der Bonsai-Bäume erst ein Netzwerk aufbauen musste, ging er zunächst einer anderen Idee erfolgreich nach: Altholz wiederverwerten.
Er entwarf zum Beispiel Möbel für den Eingangsbereich einer Tierarztpraxis, bei der er mehr als hundert Jahre alte Hölzer verwendete und verbaute: „Das Holz alter Bauernhöfe eignet sich ideal, um es mit modernen Komponenten wie Glas und Stahl zu verbinden“, sagt Anton Hörmandinger.
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