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Wie ein Dorf wieder zu Wirtshaus und Nahversorger kommt

BACHMANNING. Zum Gemeindeleben gehört beides: Gemeinde und Bürger investieren daher Zeit und Geld.

Wie ein kleines Dorf wieder zu einem Wirtshaus und Nahversorger kommt

In der Eröffnungswoche war der Kundenansturm groß Bild: Verein für Bachmanning

Immer mehr kleine Läden und Gasthäuser schließen in den Dörfern für immer. Doch weil es sich ohne Nahversorger und Wirtshaus schlecht aushalten lässt, geht man in Bachmanning einen vielbeachteten Weg. Die Gemeinde ist sowohl Besitzer des Dorfwirtshauses, das an die Familie Almer verpachtet ist, als auch des Gebäudes für das Lebensmittelgeschäft, das vor knapp zwei Wochen wieder aufgesperrt hat.

Geführt wird es von einem ortsansässigen Verein sowie einer Vollzeit- und drei Teilzeitkräften, mit dem Ziel, das Geschäft zumindest kostendeckend zu betreiben. "Ich hoffe, dass wir das schaffen werden. Die große Unterstützung der Bevölkerung stimmt mich optimistisch", sagt Bürgermeister Franz Brenneis. Etwa 100 Familien der 680-Einwohner-Gemeinde haben Einkaufsgutscheine im Wert von 36.000 Euro gekauft. Damit wurde die Waren-Erstausstattung des Nahversorgers mit dem Namen BRAVO (Bachmannings regionale Alternative vor Ort) finanziert. In den nächsten fünf Jahren bekommen die Bürger ihren finanziellen Einsatz in Form von Waren zurück. Engagement zeigten die Bachmanninger auch bei der Modernisierung des Geschäfts, etwa beim Ausmalen und der gefälligen Gestaltung des Ladens.

Im Konkurrenzkampf gegen die Supermärkte mit ihrem Riesensortiment mussten in Bachmanning seit 2004 zwei Nahversorger zusperren. Ein drittes Mal soll das nicht passieren.

Beliefert wird das Geschäft von der Firma Pfeiffer sowie aktuell 17 Direktvermarktern. Auch ein kleines Café mit Gastgarten ist angeschlossen. Seit zwei Tagen kann man online bis 12 Uhr seinen Warenkorb bestellen und abends abholen. "Die erste Bilanz ist sehr positiv, vor allem die Produkte der Direktvermarkter kommen sehr gut an, und bei uns kaufen auch die Leute aus dem Umkreis ein", sagt Geschäftsführerin Madeleine Kerschhaggl. Sie wird in den nächsten Tagen Wunschboxen aufstellen, wo die Kunden ihre Anregungen und Kritik deponieren können.

Bei einem nicht gerade sehr üppigen Kommunalsteueraufkommen von 110.000 Euro jährlich ist das finanzielle Engagement der Gemeinde beachtlich. Das Gasthaus wurde aus einer Konkursmasse um 320.000 Euro gekauft und um 80.000 Euro adaptiert. Unterstützung kam auch von Landesseite. In das Gebäude für den Nahversorger wurden 2004 rund 300.000 Euro investiert, jetzt noch einmal knapp 10.000 Euro.

Alle Informationen über das Nahversorger-Projekt auf www.kaufhaus-bravo.at

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Artikel Michaela Krenn-Aichinger 21. Mai 2014 - 00:04 Uhr
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