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Was geschieht nach dem OGH-Urteil mit Flugplatz?

WELS. Die Weiße Möwe muss bis Ende 2030 das Gelände des Welser Flugplatzes räumen. Nach dem Urteilsspruch des Obersten Gerichtshofes, über den die Welser Zeitung gestern exklusiv berichtete, werden die Karten auf dem 120 Hektar großen Flugplatzareal neu gemischt.

"Für uns ist dieses Urteil leider auch überraschend gekommen", gesteht der Vorstand der Weißen Möwe in einer Presseaussendung. Für den Verein sei diese Situation sehr unangenehm, sie biete aber auch die Chance, neue Strategien umzusetzen.

Der OGH hat zwei Verfahren, die der Verein in zwei Instanzen gewonnen hat, komplett umgeworfen. Zugleich wurde in dem Urteil bestätigt, dass das Areal bis 2071 als öffentlicher Zivilflugplatz unter Ausschluss anderer Verwendungen existieren muss.

Was geschieht nun tatsächlich mit dem Flugplatz? SPÖ-Vize Hermann Wimmer sagt: "Das Urteil heißt auf jeden Fall das Ende der Weißen Möwe in Wels. Wie es nach 2030 weitergeht, müssen wir noch klären."

FPÖ-Vize Andreas Rabl hat trotz Natura-2000-Verordnung die Hoffnung auf ein Betriebsbaugebiet noch immer nicht aufgegeben: "Wenn die Notwendigkeit eines Schutzgebietes nicht mehr besteht, kann das Areal umgewidmet werden. Derartige Fälle gab es schon." Das Brutverhalten der unter Schutz stehenden Brachvögel müsse künftig genau beobachtet werden.

Noch einen Schritt weiter geht ÖVP-Vize Peter Lehner. Er würde das Flugplatzgelände am liebsten in eine Produktionsstätte für Leichtbauflugzeuge verwandeln: "Eine solche Anfrage hatten wir vor zwei Jahren aus Deutschland", verrät Lehner.

Die Welser Grünen sympathisieren mit der Weißen Möwe: "Weil der Verein die Betriebsbaupläne nicht willfährig unterstützte, hat er jetzt die Kündigung am Hals", bedauert Walter Teubl die Wende im Flugplatz-Streit. Für die Zeit nach 2030 wünscht er sich ein Naturschutzgebiet ohne Flugbetrieb.

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Artikel Erik Famler 20. November 2014 - 05:54 Uhr
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