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Vorläufiges Ende der Hoffestspiele in Meggenhofen

MEGGENHOFEN. Alter Vorstand und Gemeinde sind auf der Suche nach engagierten Nachfolgern.

Hoffestspiele vor dem Aus

Kultur mit Qualitätsanspruch auf dem Land – dafür stand das Theater Meggenhofen im Kircheckerhof fast 50 Jahre lang. Bild: privat

Vor dem vorläufigen Aus stehen die Hoffestspiele im Theater Meggenhofen. Der Vorstand rund um Obmann Heinz Söllinger findet keine Nachfolger, für heuer bleiben deshalb die Tore des schönen, 400 Jahre alten Kircheckerhofs, der seit fast einem halben Jahrhundert Sommer für Sommer zur Freiluftbühne wird, geschlossen.

„Wir versuchen die Hoffestspiele in jüngere Hände zu geben, bisher war das Echo aber leider sehr gering“, sagt Obmann Heinz Söllinger. Es gab bereits zwei Informationsveranstaltungen in Meggenhofen, um Kulturbegeisterte zu finden. Für Hilfstätigkeiten wie das Ausschenken von Getränken oder das Abreißen der Eintrittskarten würden sich genügend Helfer finden, allerdings wolle niemand in der ersten Reihe die Verantwortung übernehmen.

Söllinger und sein Team haben schon im Vorjahr beschlossen, dass 2017 ihre letzte Saison sein wird. „Es waren 14 Jahre, in denen wir alle ehrenamtlich gearbeitet haben. Die Arbeit sieht ja niemand. Für sechs Wochen Programm sind zehn Monate Vorbereitungszeit notwendig“, sagt Söllinger. Der harte Kern war ein Team von acht Leuten, zwei davon sind schwerer erkrankt. Das Ehepaar Heinz und Brigitte Söllinger konzentriert sich künftig auf seine Hilfsprojekte in Nepal (die OÖN haben berichtet).

Finanziell auf gesunden Beinen

Finanzielle Gründe für den Rückzug habe es keine gegeben, betont Heinz Söllinger. „Wir stehen finanziell auf ganz gesunden Beinen, wir haben kein Defizit.“ Licht- und Tontechnik sind in Schuss, Renovierungsbedarf ist jährlich bei der Bestuhlung aufgrund von Frostschäden.

Bürgermeister Wilfried Suchy möchte, dass das Kulturhighlight in Meggenhofen bestehen bleibt, und lobt die Mitglieder des alten Vorstands. „Sie haben tolle Arbeit geleistet. Wir bemühen uns, dass wir bis August oder September ein neues Team zusammenstellen können“, sagt Suchy. Ihm schwebt die Gründung einer GmbH vor, auch vom Tourismusverband könnte Unterstützung kommen. Gesucht wird jemand, der etwas vom Kulturgeschäft versteht. Noch sind viele Fragen offen, ob und wie es weitergehen kann. Auch Hofeigentümerin Elisabeth Moussoulides würde sich wünschen, dass der Kulturbetrieb weitergeht.

2019 stünde Jubiläum an

2019 würde das Theater Meggenhofen sein 50-Jahr-Jubiläum feiern. 4000 bis 5000 Besucher pro Jahr haben die bunte Mischung aus den Bereichen Schauspiel, Musik, Literatur, Kabarett und Film genossen, das Theater Meggenhofen war fixer Bestandteil der oberösterreichischen Kulturszene. Viele renommierte Künstler sind über die Jahre in Meggenhofen aufgetreten.

„Ein Highlight war sicher der Auftritt von Stardirigent Franz Welser-Möst, wir hatten die größten Schriftsteller des Landes hier, wie Christoph Ransmayr. Schauspieler Philipp Hochmair war bereits vor 14 Jahren in Meggenhofen, als ihn noch kein Mensch gekannt hat“, sagt Söllinger. Eine Bühne bot das Theater Meggenhofen auch jährlich den Nachwuchsschauspielern des Max-Reinhardt-Seminars.

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Artikel Michaela Krenn-Aichinger 14. Februar 2018 - 02:10 Uhr
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