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Rattenplage beim Mühlbach: Stadt rät von Entenfütterung ab

WELS. Am Zwinger tummeln sich die Nager seit Wochen - nun rückt der Kammerjäger aus.

Foto: Lauber

Direkt am Mühlbachufer, auf den Grünflächen beim Zwinger oder auf dem Spazierweg – die Nager sind derzeit überall zu sehen. Bild: www.laumat.at

Die Innenstadt hat ein Problem mit Ratten: Am Mühlbach-Abschnitt zwischen der Pollheimerstraße und der Traungasse ist die Belästigung besonders schlimm. Längst lassen sich die Tiere nahe des Minoritenklosters auch tagsüber blicken. Sie nehmen nicht einmal mehr Reißaus, wenn Spaziergänger Am Zwinger unterwegs sind.

„So extrem wie heuer, war es dort noch nie“, sagt Vizebürgermeisterin und Innenstadt-Referentin Christa Raggl-Mühlberger (FPÖ). Diese Woche sei bereits der Kammerjäger zur Besichtigung gewesen. Nun sollen Köder direkt in die Rattenlöcher gegeben werden. „Ich hoffe, dass wir damit die Sache in den Griff bekommen“, sagt Raggl-Mühlberger.

Die Ursache der Belästigung steht für sie fest: „Leute, die Enten füttern, füttern leider auch die Ratten.“ Nun unternimmt sie wieder einmal einen Vorstoß. Sie appelliert an die Vernunft der Leute: „Leider sind manche immun.“

In Wels ist das Füttern von Tauben per Verordnung bereits untersagt. Ob Enten-Füttern auch verboten werde, stehe noch nicht fest, heißt es im Bürgermeister-Büro.

Als Kammerjäger ist für den Magistrat schon seit Jahren die Firma „Eder & Eder“ aus Gmunden tätig. Eigentümer Christoph Eder erklärt seine Arbeit: „Wir legen Fraßköder aus. Die Paraffinköder sind feuchtigkeitsbeständig und mit einem Blutgerinnungshemmer präpariert, sodass die Tiere nach dem Verzehr verenden.“

Gefahr für Mensch und Tier besteht nicht: „Die Köder befinden sich in einer Sicherheitsbox.“ Eder räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass Ratten immer nur in der Nähe von Wasser leben. „Ratten sind Allesfresser, früher wurde in Flüssen viel entsorgt, das war ihre Nahrung – sie mussten nur noch den Mund aufmachen“, scherzt der Fachmann.

Weshalb heuer so viele Tiere beim Mühlbach leben, lasse sich nicht sagen. Sicher sei, dass das Nahrungsangebot eine große Rolle spiele. Auch für ihn sind daher Entenfütterer das Problem. Eder weiß auch: „Die Tiere sind sehr lange fast unsichtbar, weil sie in ihren unterirdischen Gängen leben. Wenn sie sich aber so stark vermehrt haben, schwappt alles auf die Oberfläche über.“

Gefährden die Erdlöcher auch die Uferverbauung des Mühlbaches? „Nein, das ist sicher nicht das größte Problem“, sagt Günter Rübig, Obmann der Wassergenossenschaft Mühlbach. Viel mehr Kopfzerbrechen bereite ihm der Biber. Von ihm zu Fall gebrachte Bäume können gefährliche Verklausungen verursachen.

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Artikel Von Friedrich M. Müller 19. Mai 2017 - 05:59 Uhr
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