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Nicht nur Touristiker wehren sich gegen drohende Schließung der Almtalbahn

WELS/PETTENBACH/GRÜNAU. Heuer endet Verkehrsvertrag zwischen Land und ÖBB: Lokalbahn nur noch bis Sattledt?

Brauen sich über der Almtalbahn dunkle Wolken zusammen? Bild: OÖN

Das Land zahlt an die ÖBB, damit die Bahnlinie Wels – Grünau im Stundentakt fährt. Dieser Verkehrsdienstvertrag endet mit Dezember. Die ÖBB stellen die Rute ins Fenster: Sie wollen die Lokalbahn nur noch bis Sattledt betreiben. Damit ließ gestern im OÖN-Interview Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) aufhorchen.

Die Aufregung bei den Kommunalpolitiker entlang der Almtalbahn ist groß: „Das ist für mich eine doppelte Ohrfeige“, sagt Bürgermeister Alois Weidinger (SPÖ) aus Grünau. „Weil es erstens geheißen hat, die Bahn bleibt bestehen, nur die Betreiberfrage ist zu klären. Und weil zweitens im Juli bei unserem Bahnhof die Bahnsteige erneuert wurden: Wird die Braut zum Verkauf geschmückt?“

Von ÖBB-Investitionen berichtet auch Pettenbachs Vizebürgermeisterin Sigrid Grubmair (ÖVP): „Ein Bahnübergang wurde komplett erneuert, viel Geld in die Hand genommen. Wir werden alles unternehmen, damit die Bahn nicht nur bis Sattledt fährt. Viele Schüler und Pendler aus Pettenbach nützen die Bahn.“

Grünaus Tourismus-Obmann Hermann Hüthmayer sagt: „Es ist beschämend, dass sich Leute Gedanken über die Einstellung machen, anstatt Ideen zu sammeln, wie die Bahn attraktiver und der Tourismus bei uns belebt werden kann. In Oberösterreich werden Landgemeinde ausgedünnt.“ Der pensionierte Hotelier des Hochberghauses auf dem Kasberg sagt: „Wenn mein Geschäft nicht gut geht, sperre ich nicht zu, sondern mache ich mir Gedanken, wie ich es attraktiver machen kann.“

Aus dem Büro des derzeit urlaubenden Verkehrslandesrates war zu erfahren, „dass er für den Erhalt der Nebenstrecken eintritt“. Eine Schließung sieht Steinkellner als Abwertung des ländlichen Wirtschaftsraumes. Derzeit bemüht sich das Land, den heuer endenden Verkehrsdienstvertrag mit den ÖBB noch bis 2019 zu verlängern. Denn in zwei Jahren solle mit allen Bundesländern und dem Bund dann ein „Bundesverkehrsdienstvertrag“ ganzheitlich ausverhandelt werden, lautet Steinkellners Ziel.

Weiterhin steht im Raum, dass das Land Bahnlinien übernimmt und auch betreibt. Schließlich sei noch zu klären, welches Interesse die ÖBB habe, Nebenstrecken zu attraktivieren. Ein Knackpunkt seien auch viele nur mit Stopp-Tafeln gesicherte Bahnübergänge. Ein Bundesgesetz verlangt Ampelsicherungen, zahlen sollen die Investitionen aber Gemeinden und das Land.

Hilfe gegen die Abwanderung

Touristiker Hüthmayer verlangt, dass „die Politiker in der Stadt mithelfen müssen, dass die Menschen in den Sackgassen-Tälern Zukunft haben, Abwanderung gestoppt wird“. Steyrling sei negatives Beispiel. „Ein Verein muss den einzigen Lebensmittelladen betreiben.“

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Artikel Friedrich M. Müller 02. August 2017 - 00:04 Uhr
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