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Lkw-Flut ohne Ende: Weißkirchner verhandeln heute mit dem Landesrat

WEISSKIRCHEN. Ortspolitiker treffen Günther Steinkellner - Ortsbewohner hoffen auf den Volksanwalt

Dutzende Lkw mit Postsendungen rollen täglich durch die Engstelle nahe der Pfarrkirche im Ortszentrum von Weißkirchen. Bild: Lauber

Die Verkehrsbehörden auf Landes- und Bezirksebene sind machtlos. Ein Nachtfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht durchs Ortszentrum ist juristisch nicht umsetzbar. Daher müssen die Weißkirchner weiterhin mit Lärm durch den Schwerverkehr leben.

Der Lkw-Anteil am durchschnittlichen Verkehrsaufkommen stieg von 9,1 Prozent (2013) auf 12,4 Prozent (November 2014). Im Sommer 2014 ging das Postverteilerzentrum Allhaming in Betrieb.

Umfahrung? Zu wenig Verkehr

800 Bürger haben sich zu einer Initiative zusammengetan, sie wollen die Lkw aus dem Ortskern verbannen. Eine Chance wäre der Bau einer Umfahrung. Das wird auch heute Thema, wenn eine Delegation der Weißkirchner Politik mit Bürgermeister Norbert Höpolts-eder (SPÖ) bei Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) vorspricht.

Der Bürgermeister sagt: „Für eine Umfahrung bräuchten wir eine Belastung von 15.000 bis 16.000 Fahrzeugen, das haben wir derzeit nicht. Uns bleibt wohl nur noch Aktionismus.“ Obwohl die Belastung binnen zehn Jahren um fast die Hälfte gestiegen ist. ÖVP-Obmann Siegfried Steindler sagt: „2005 fuhren pro Tag durchschnittlich 3511 Fahrzeuge durch den Ort bei einem Lkw-Anteil von 8,9 Prozent, 2010 waren es bereits 4093 und 2014 5494 Fahrzeuge.“

Vor allem während der Nacht rollen die Laster durch, weil sie in Marchtrenk die A25 verlassen und auf kürzestem Weg zum Postverteilerzentrum fahren. Bei der Verkehrszählung des Landes 2014 lag der Lkw-Anteil zwischen 23 und 6 Uhr bei 16 Prozent.

Höpoltseder weiß, dass viele Lkw aus Bayern kommen und den Umweg über Wels-West/Westspange/Sattledt nach Allhaming negieren. „Die Fahrt über das Voralpenkreuz (Sattledt, Anm.) würde nur 2,4 Minuten länger dauern“, zitiert Steindler ein Landesgutachten.

Verkehrsreferent Johann Gibitz von der Bezirkshauptmannschaft sagt: „Nach Lärmmessungen steht fest: Die Belastung rechtfertigt ein Lkw-Fahrverbot nicht.“ Auch Verkehrssicherheit ist kein Thema. „Die Landesstraße ist bei der Genehmigung des Postverteilerzentrums als für den Lkw-Verkehr geeignet befunden worden.“

Zwar wären nun einige Unfälle passiert. „Sie werden mit Sachverständigen analysiert, vielleicht kommen wir ja dann zu einem anderen Ergebnis“, sagt Gibitz.

Hoffen auf den Volksanwalt

Viele Weißkirchner setzen nun ihre Hoffnung auf den Volksanwalt. ÖVP-Obmann Steindler hat ihn eingeschaltet. „Das Verfahren bei der Bezirkshauptmannschaft war völlig korrekt, das wissen wir bereits aus Wien. Nun wird nochmals geprüft, ob die Engstelle im Zentrum für den dauerhaften Lkw-Verkehr überhaupt geeignet ist.“ Für Steindler steht fest: „Das Nadelöhr ist eine Gefahrenstelle, es ist der einzige Zugang der Bewohner der Unteren Dorfstraße zu Kirche, Friedhof und ins Zentrum.“

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Artikel Friedrich M. Müller 21. April 2017 - 00:04 Uhr
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