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Oberösterreich  > Wels

Frühere Stadthallen-Pächter reagieren auf Vorwürfe

WELS. Günter und Roswitha Haugeneder sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt

Roswitha Haugeneder Bild: vowe

Viel Staub hat der geheime Bericht des Stadtrechnungshofes aufgewirbelt, den die Welser Zeitung in der Vorwoche in Auszügen veröffentlichte. Die früheren Pächter Günter und Roswitha Haugeneder sehen sich dadurch an den Pranger gestellt. „Wir standen 23 Jahre im besten Einvernehmen mit der Stadt Wels. Jede Rechnung wurde von uns pünktlich und anstandslos bezahlt. Wir haben 2015 alles gebrauchsfähig und in gereinigtem Zustand übergeben. Die Vorwürfe treffen uns hart“, sagt das Ehepaar.

In dem Dossier werden Schlampereien aufgedeckt, die den Steuerzahler 93.500 Euro gekostet hätten. Nach dem Pächterwechsel hatte sich der neue Stadthallen-Gastronom entsetzt über den technischen Zustand der Küche gezeigt. Geräte und Einrichtungen mussten neu angeschafft werden – Kostenpunkt 77.013,78 Euro.

„Küche und Bar stammen aus den 1980er Jahren. Dass sie so lange gehalten haben, ist unserer guten Wartung zu verdanken“, sagt Roswitha Haugeneder. Die Stadt habe 30 Jahre keine Investitionen geleistet und sich damit viel Geld erspart. Zusätzliche Geräte wurden auf eigene Kosten angeschafft.

Unzulässig sei auch der Vorwurf der frühzeitigen Entlassung aus der Haftung, betont die Welser Geschäftsfrau: „Das hinterlegte Sparbuch für die Bankgarantie hat man uns erst nach Vertragsende ausgehändigt. Entsprechende Vermerke kann ich vorweisen.“

Umstrittene Betriebskosten

Ein zentrales Kapitel ist der Betriebskostenabrechnung gewidmet. Der Rechnungshof wittert eine unrechtmäßige Begünstigung. Rund 15.000 Euro habe die Stadt dem früheren Hallenpächter zu wenig verrechnet. Haugeneder fordert eine genaue Überprüfung und dreht den Spieß um: „Ich befürchte, dass wir während des gesamten Pachtzeitraumes zu viel bezahlt haben.“ Als Argument führt die Gastronomin die Abrechnung der Sektbar im ersten Stock ins Treffen: „Wir haben diese nicht von der Stadt, sondern von der Welser Messe angemietet.“ Dieses Detail habe der Rechnungshof nicht beachtet.

Wie berichtet, lässt Bürgermeister Andreas Rabl (FP) zivilrechtliche Schritte gegen die Firma prüfen. Nicht verzichten auf diese Möglichkeit will auch Juristin Roswitha Haugeneder.

Vertragsende nach Erkrankung

Vor zwei Jahren hatte das Ehepaar die Hallenpacht überraschend gekündigt. Eine schwere Erkrankung von Günter Haugen-eder ließ den beiden keine Wahl. Zweimal wurde ausgeschrieben, um mit Roman Haidinger einen Nachfolger zu finden. Dieser drohte kurz nach Vertragsabschluss mit seinem Ausstieg. Um Haidinger zu halten, ließ ihm der damalige Bürgermeister Peter Koits vier Monatsraten nach und gab eine neue Küche in Auftrag.

Stadthallen-Kunde Christoph Hippmann weint dem Ehepaar Haugeneder noch nach: „Bei ihnen waren wir höchst zufrieden. Das gilt sowohl für das Speisenangebot als auch für das Personal“, sagt der Tanzschulbesitzer.

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Artikel Erik Famler 20. Juni 2017 - 00:17 Uhr
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