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Flexible Hauspflege durch heimische Schwestern

WELS. Verein "St. Elisabeth" rückt mit neuem Modell von 24-Stunden-Betreuung ausländischer Fachkräfte ab.

Flexible Hauspflege durch heimische Schwestern

Andreas (l.) und Vater Heinz Drescher gehen neue Wege in der Pflege. (fam) Bild: fam

Der Welser Pflegeverein "St. Elisabeth" bietet seit 1999 eine 24-Stunden-Betreuung durch Fachkräfte aus den angrenzenden Oststaaten an. Dieses Konzept habe sich bewährt, sei aber wenig flexibel, sagt Vereinsobmann Harald Drescher. Der Verein ergänzt sein Angebot nun durch ein neues Modell. "Individuelle Betreuung gewinnt immer stärker an Bedeutung. Denn viele Patienten sind noch weit entfernt von der 24-Stunden-Pflege. Sie wollen aber, dass sich jemand regelmäßig und das mehrmals täglich um sie kümmert", so Drescher.

Verein sucht Pflegerinnen

Deshalb bietet "St. Elisabeth" ab nun eine Blockbetreuung an. Dafür sucht der Verein nach qualifiziertem Personal. Vorerst wird die Blockbetreuung nur in Wels getestet: "Wir rechnen mit rund 20 Patienten. Dazu brauchen wir dieselbe Anzahl an Pflegekräften", rechnet Drescher vor. Gesucht werden Altenfachbetreuerinnen und diplomierte Schwestern, die in Wels auch zu Hause sind: "Damit schließen wir eine Marktlücke. Denn zwischen der mobilen Betreuung und der 24-Stunden-Pflege gibt es derzeit nichts", sagt Andreas Drescher, der Sohn des Vereinsobmanns.

Gerade die mobile Betreuung sei zu einem Stressberuf geworden. "Die Pflegerinnen hetzen von einem Patienten zum anderen und müssen ihre Tätigkeiten aufwendig dokumentierten. Wir hingegen nehmen ihnen den bürokratischen Aufwand weitgehend ab, sodass sie sich voll und ganz ihrem Patienten widmen." Wie die 24-Stunden-Kräfte arbeiten diese Pflegerinnen auf selbständiger Basis. Sie und ihre Schützlinge sind Vereinsmitglieder. Damit sind sie rechtlich geschützt.

Für eine erste Testphase konnten zwei Pflegerinnen gewonnen werden. "Die Fachkräfte haben wir schon. Wir benötigen aber auch Patienten, denen diese flexible Form der Pflege entgegenkommt", sagt Harald Drescher.

Der Bedarf an österreichischen Pflegekräften steige auch deshalb, weil immer mehr schlecht ausgebildete Frauen ohne Deutschkenntnisse ins Land strömten. Viele stammen aus Rumänien: "In Wien sind diese billigen Dienste bereits weit verbreitet. Während in unserem Fall Pflegerinnen Tagsätze von 60 bis 65 Euro verrechnen, wird dort schon um 28 Euro gearbeitet. Es sind vorwiegend rumänische Pflegerinnen, deren Qualifikation fraglich ist."

Brotneid gebe es trotzdem keinen, da der Bedarf an der 24-Stunden-Pflege kontinuierlich zunimmt.

 

Verein St. Elisabeth

Der 1999 gegründete Verein betreut mit rund 1000 Fachkräften in ganz Österreich an die 500 Patienten. Die 24-Stunden-Pflege wird von ausgebildeten Betreuerinnen aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn durchgeführt. Für die Blockbetreuung sollen österreichische Schwestern gewonnen werden. Nähere Infos unter www.krankenbetreuung. Schriftliche Anfragen an harald.drescher@aon.at

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Artikel Erik Famler 08. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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