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Endlose Baustelle auf dem Lambacher Marktplatz gefährdet Existenz von Firmen

LAMBACH. Kaufleute im Ortszentrum schlossen sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammen.

Die Ausnahmregelung (Zufahrt Marktplatz) war ursprünglich nur ein A-4-Schild. Bild: fam

Die Geduld der Lambacher Wirtschaftstreibenden wird schon seit Wochen arg strapaziert. Grund für ihre angespannte Lage ist die Baustelle auf dem Marktplatz, die seit fünf Wochen das Ortszentrum vom Verkehr abschnürt. „Von einem Tag auf den anderen blieben die Kunden aus“, beklagt Trafikant Johann Förster. Von Umsatzeinbußen bis zu 50 Prozent weiß Wirtschaftsbundobmann Alexander Huber, der die Geschäftsleute am Dienstag ins Kultur- und Bildungszentrum ProDiagonal lud. An die 30 Unternehmer folgten seiner Einladung.

Keine Information

Besonders betroffen sind Firmen, die ihre Waren ausliefern müssen: „Ein Großkunde hat uns gedroht, wenn wir nicht pünktlich sind, sucht er sich einen anderen Bäcker“, schildert Josef Takacs. „Ich habe 17 Prozent Umsatzminus, beschäftige 16 Mitarbeiter. Die Baustelle bedroht meine Existenz.“ Der Bäckermeister will der Gemeinde keine Kommunalsteuer mehr zahlen.

Wiederholt sprachen Firmenvertreter bei der Gemeinde vor: „Zu Beginn der Bauarbeiten gab es keine Information. Die Beschilderung war unklar. Die Zufahrt zum Marktplatz war zunächst mit einem Einbahn- und Umleitungsschild versperrt. Die Ausnahmeregelung (Zufahrt bis zum Marktplatz), war so klein dargestellt, das sie Autofahrer nicht lesen konnten“, sagt Steuerberaterin Maria Rotschopf. Inzwischen sei das Problem behoben. „Die jüngsten Gespräche mit den Gemeindevertretern verliefen konstruktiv“, bestätigt der neue Lambacher Wirtschaftsbundobmann.

Doch das Schlimmste kommt erst. Bis Mitte November sollen die Kanalarbeiten noch laufen. Dann ist eine Winterpause angedacht. Weiter geht es im Februar 2018 in der Salzburger Straße bis zur Billa, anschließend wird die Bundesstraße 1 vom Friedhofsberg bis zum Bahnhof aufgegraben. In der Folge sind Kanalarbeiten von der Traunbrücke zur Stiftskreuzung vorgesehen, bis schlussendlich die Leitenstraße an die Reihe kommt.

Die Kaufleute haben dazu eine Forderungsliste mit elf Punkten erstellt. „Wir wollen über jeden Schritt informiert werden, damit wir auf die geänderte Situation reagieren können“, sagt Trafikant Förster. Im Detail verlangt die Lambacher Wirtschaft die Beibehaltung der Ampelregelung an der Stiftskreuzung und das Entfernen der Kanalrohre vom Marktplatz zum NKD-Parkplatz. Die Leitenstraße, die derzeit als Einbahn geführt wird, soll in der Winterpause in beiden Richtungen wieder befahrbar sein.

Platzgestaltung erst später?

Nach Fertigstellung der Kanalarbeiten war zunächst geplant, den Marktplatz an der Oberfläche neu zu gestalten. Weil in der Gemeindestube keine Einigkeit herrscht, verliefen erste Pläne wieder im Sand. Wann das Provisorium auf dem Marktplatz in eine neue Baustelle übergeht, sei noch ungewiss, sagt Wirtschaftsbundobmann Huber.

Bürgermeister Klaus Hubmayer (SP) versteht den Unmut der Kaufleute: „Der Informationsfluss ist am Anfang nicht optimal gelaufen. Es sind sich aber alle einig, dass die Baustelle auf dem Marktplatz unaufschiebbar war.“ Für ihn hat die Platzgestaltung Priorität: „Sonst müssen wir den Marktplatz in ein paar Jahren wieder aufgraben, und dann geht der Zirkus neuerlich los.“

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Artikel Erik Famler 05. Oktober 2017 - 07:43 Uhr
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