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Empfohlene Anrede "Grüß Gott" entfacht am Magistrat Benimm-Debatte

WELS. In einer E-Mail wird Mitarbeitern bei Telefonaten einheitliche Grußform nahegelegt.

Empfohlene Anrede "Grüß Gott" entfacht am Magistrat Benimm-Debatte

Die Anrede "Grüß Gott" in einem Leitfaden für Magistratsbedienstete ist nicht unumstritten. Bild: Symbolfoto: Colourbox

Kann man Mitarbeitern einer Behörde vorschreiben, dass sie Anrufer mit "Grüß Gott" begrüßen? Am Welser Magistrat wird eine E-Mail des Präsidiums von etlichen Bediensteten so interpretiert. Das Schreiben hat lebhafte Diskussionen losgetreten. "Natürlich ist diese Anrede nur eine Empfehlung", beeilt sich Magistratsdirektor Peter Franzmayr einzulenken.

Bei Telefon-Seminaren wird das einheitliche Auftreten bereits geübt: Künftig sei bei der Begrüßung von Anrufern folgende Grußformel zu wählen: Stadt Wels, Name der Dienststelle, Vor- und Nachname und das nicht unumstrittene "Grüß Gott".

Das ist nicht die einzige Neuerung im Außenauftritt der Stadtverwaltung. Bürgermeister Andreas Rabl (FP) trägt neuerdings ein Sackerl Anstecknadeln bei sich, die das neue Stadtlogo – ein buntes W – zeigen. Beim Neujahrsempfang der Kaufmannschaft steckte er jedem Vorstandsmitglied eine solche Nadel ans Revers.

Die Belegschaft kommentiert die eifrige Pflege des neuen CI (Corporate Identity) unterschiedlich: "Es gibt welche, die sich lustig machen. Andere empfinden es als Übertretung des Dienstgebers. Ich finde auch, dass es überzogen ist", sagt SP-Obmann Johann Reindl-Schwaighofer.

Am "Gangfunk" im Hause Magistrat sei das Thema jedenfalls seit einigen Wochen präsent. Es werde auch kontroversiell diskutiert.

Markus Theis, Obmann der Personalvertretung, bewertet das Bemühen um ein möglichst einheitliches Auftreten nicht negativ: "Wir sind ein Dienstleister und da ist es selbstverständlich, dass man anderen freundlich und bürgernah begegnet. Es ist aber klarzustellen, dass man Grußformeln nicht vorschreiben kann. " Sollte in einer Dienstbeurteilung das Thema zur Sprache kommen, sei er klarerweise gefordert, betont der Gewerkschafter.

"Das entspricht der Etikette in Österreich!", rechtfertigt der Magistratsdirektor die Empfehlung. Selbstverständlich könne man auch "Guten Tag" sagen. "Es muss einen Vorschlag geben, wie man sich am Telefon meldet. Viel wichtiger ist aber, wie man mit Stresssituationen umgeht." Dies werde gerade geschult, sagt Franzmayr.

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Artikel Erik Famler 17. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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