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Drohende Abschiebung nach Georgien: Erster Hoffnungsschimmer für Familie

WELS/THALHEIM. Bundesverwaltungsgericht lädt die Familie nächste Woche zur mündlichen Verhandlung

Sie sind in Wels gut integriert, arbeiten hier und wollen bleiben. Bild: WT1

Eine vierköpfige Familie aus Georgien, die in Wels und Thalheim bereits sehr gut integriert ist, soll abgeschoben werden. Die OÖNachrichten berichteten. Nun gibt es ein erstes zartes Pflänzchen der Hoffnung für Suliko (32), seine Frau Anna (30), Mariami (12) und Georgi (7).

Sebastian Siudak ist ihr Rechtsvertreter: „Es gibt zwar noch keine Entscheidung, ob die Berufung gegen den negativen Asylbescheid aufschiebende Wirkung hat, dafür wurde für Mittwoch eine mündliche Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht angesetzt, das ist ein erstes gutes Zeichen.“ Der Jurist setzt auf die Entscheidung des unabhängigen, unparteiischen Gerichts und glaubt, dass die akute Gefahr der Abschiebung – zumindest vorerst – gebannt ist.

„Es bleibt auch abzuwarten, ob der Richter sofort urteilt, oder ob er mit seinem Spruch noch zuwartet“, sagt Siudak. Das bange Warten auf ein gutes Ende des Verfahrens geht vielleicht sogar weiter.

Für einen Verbleib der Familie in Österreich haben sich in Wels und Thalheim namhafte Vertreter der Zivilgesellschaft engagiert. Aus gutem Grund: Die Georgier sind bester Beweis einer gelungenen Integration. Beide Elternteile verdienen Geld, können Deutsch, ihre Kinder sprechen perfekt.

Rätselhaft ist allerdings, weshalb die Asylbehörde den negativen Bescheid mit einem vierjährigen Rückkehrverbot nach Österreich verbindet – trotz völliger Unbescholtenheit aller Familienmitglieder.

„Das Paar hatte zunächst keinen Anlass, Georgien zu verlassen: Suliko arbeitete als Sicherheitsbeamter und überwachte eine Pipeline, seine Frau führte eine Boutique“, schildert die pensionierte Jugendrichterin Ulrike Nill das Leben der Flüchtlinge.

Zum Verhängnis sind Anna die Recherchen über ihre Herkunft geworden. Sie entdeckte, dass sie als Baby verkauft und adoptiert worden ist. Sie dürfte einem Baby-Händlerring auf die Spur gekommen sein. Die Polizei reagierte auf ihre Anzeige nicht. Unter Morddrohung wurde ihr ein Ultimatum gestellt, alle Aussagen binnen einer Woche zu widerrufen. Das tat sie nicht – im Jänner 2015 flüchtete sie mit ihrer Familie und fand hier eine neue Heimat.

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Artikel Friedrich M. Müller 07. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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