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"Die Leidtragenden sind die Kinder"

WELS. Die Stadtverwaltung zahlt seit Jahresbeginn Dolmetscherdienste für Elterngespräche nicht mehr. Die OÖNachrichten berichteten in der Vorwoche exklusiv von dieser Sparmaßnahme. Es geht um ein Budget von knapp 2000 Euro im Jahr.

Kein Geld für Dolmetscher an Schulen: "Die Leidtragenden sind die Kinder"

SP-Mandatar Mato Simunovic (SPÖ) Bild:

Die Begründung von Integrationsreferent und Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) lautet: "Wir verhindern eine Doppelgleisigkeit, denn das Land hat ohnehin ein mobiles, interkulturelles Beratungsteam."

Pflichtschulinspektorin Karin Lang argumentiert, dass mit diesem Angebot aber nicht alle Sprachen abgedeckt werden, die in Wels erforderlich sind. Aus den Schulen war zu erfahren: Diese Beratung sei nicht so rasch verfügbar wie Dolmetscher.

Nun geht der Konflikt auf politischer Ebene weiter. SPÖ-Integrationsreferent Mato Simunovic kritisiert: "Wenn der Integrationsreferent der Stadt kein Geld mehr für Dolmetscher zur Verfügung stellt, erschwert er die Arbeit der Lehrer. Würde man Integration ernst nehmen, müsste die Stadt alles dafür tun, dass alle Eltern eingebunden und Sprachbarrieren beseitigt werden."

Bildungsstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) sagt: "Selbstverständlich müssen Eltern mit anderer Erstsprache Deutsch lernen. Aber hier geht es um Ausnahmesituationen." Die Schulleiter sagen, dass derartige Dolmetscherdienste nur in Notfällen und bei Krisensituationen in Anspruch genommen werden.

Seit Jänner ist kein Geld für die Übersetzer-Dienste budgetiert. Bekannt geworden ist das allerdings erst jetzt im März, als heuer erstmals auf einen Dolmetscher zugegriffen werden sollte. Die Empörung bei den Pädagogen ist riesig, zumal es sich um einen vergleichsweise geringen Aufwand handelt.

Diese Sache berührte in der Vorwoche viele Menschen. Befürworter argumentierten: Wer hier lebt, muss auch der Sprache mächtig sein. Andere hielten dagegen: Wenn es um Verständigungsprobleme geht, darf es am Einsatz eines Dolmetschers nicht scheitern.

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Artikel 20. März 2017 - 05:41 Uhr
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