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Oberösterreich  > Wels

Bangen um die Almtalbahn: Bürger sammeln Unterschriften

WELS/GRÜNAU. Pendler gründen Initiativen für den Fortbestand der Lokalbahn über das Jahr 2019 hinaus.

Die Almtalbahn fährt an Wochentagen im Stundentakt – leider nicht immer mit diesen modernen Triebwägen. Bild: (M. Leitner)

Hunderte Pendler zwischen Grünau und Wels nützen die Lokalbahn für den Weg zur Arbeit und in die Schule. Viele Bahnfahrer fragen sich aber: „Wie lange gibt es die Bahn noch?“ Der Verkehrsdienstvertrag zwischen Land und ÖBB als Betreiber endet mit Dezember; das Land finanziert die Strecke mit.

Nun soll die Vereinbarung zumindest bis 2019 fortgeschrieben werden. Den Pendler genügt das nicht: Daher wurden sie nun selbst aktiv: Fast zeitgleich starteten der 34-jährige Bernhard Bimminger aus Pettenbach sowie die ÖVP-Politikerinnen Sigrid Grubmair aus Pettenbach und Doris Schulz aus Wels Internet-Initiativen zur Rettung der Almtalbahn.

„Niemand hat etwas gemacht“

Bimminger pendelt seit 17 Jahren mit der Bahn – anfangs nach Linz, nun nach Wels. „Alleine aus Kostengründen fahre ich mit dem Zug“, sagt der Angestellte des Bundesheeres.

Die OÖNachrichten berichteten im August vom drohenden Aus der Lokalbahn, tagelang diskutierte die Pendler dann darüber. „Alle haben gesagt: Da muss was getan werden, nur gemacht hat niemand etwas“, sagt Bimminger. Bis zum 22. September. An diesem Tag initiierte er im Internet die Plattform „Retten wir die Almtalbahn“. Bis gestern waren mehr als 600 Unterzeichner registriert. Bimminger betont, ich engagiere mich überparteilich und arbeite in dieser Sache mit den Politikern zusammen.

Pettenbachs Vizebürgermeisterin Grubmair und Schulz als Landesobfrau der ÖVP-Frauen richteten auf Facebook die Seite „Rettet die Almtalbahn“ ein. Fast 450 Unterstützer trugen sich bis gestern ein. Damit gibt sich Grubmair nicht zufrieden. Petitionslisten liegen auch im Gemeindeamt, bei Banken und in Gasthäusern der Almtalgemeinde auf. Nun plant sie den Schulterschluss mit Vertretern aus den anderen Orten entlang der Strecke. Einige 1000 Unterschriften sollen im Spätherbst dann den verantwortlichen Politikern übergeben werden.

Die ÖBB wollen die Lokalbahn künftig nur noch bis Sattledt betreiben. „Diese Rumpfbahn ist Stumpfsinn“, sagt Schulz: „Für viele Pendler und Schüler ist die Linie enorm wichtig – und für dem Tourismus. Da geht es um Radfahrer und Wanderer am Almufer-Weg.“

Grubmair schlägt Schulskikurse auf dem Kasberg vor – inklusive Anreise via Almtalbahn. „Es gibt viele gute Ideen für mehr Fahrgäste. Wir erhalten von den ÖBB aber keine Fakten über die Auslastung der Strecke“ beklagt sich Grubmair.

Der Welser Verkehrsstadtrat Klaus Hoflehner (SPÖ) unterstützt die Bemühungen, bedauert aber: „Wir führen die gleiche Debatte wie vor fünf Jahren.“ Damals wurde über den nun endenden Verkehrsdienstvertrag verhandelt.

 

 

 

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Artikel Friedrich M. Müller 03. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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