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Anrainer verhindern Kindergarten, weil sie Angst vor Lärm haben

WELS. Genau diese Woche wäre Baustart für einen neuen Kindergarten in Wels-Laahen gewesen. Wäre. Denn Anrainer haben Angst vor Kinderlärm. Und brachten deshalb Einwände beim Welser Magistrat ein.

Anrainer verhindern Kindergarten, weil sie Angst vor Lärm haben

Bild: vowe

„Ich war verblüfft über diese Einwände. Ich frage mich persönlich, in welcher Gesellschaft wir leben, die Kinderlärm als störend empfindet“, sagt Manfred Hochhauser, Geschäftsführer der Welser Heimstätte, die den Kindergarten für die Stadt Wels errichten wird.

Denn in Wels-Laahen soll, so Hochhauser, ein „neues, eigenes Stadtzentrum entstehen“. Dazu gehöre eben der neue Kindergarten an der Oberfeldstraße, in der Nähe des Dienstleistungszentrums.

Kindergarten im Container

Speziell der Nachwuchs jener Jungfamilien, die in den angrenzenden Heimstätte-Wohnungen leben, soll Platz finden. „Momentan sind Kinder dort in einem Container untergebracht“, sagt Hochhauser.

Der Bau des Kindergartens, der diesen Zustand beenden sollte, verzögert sich aber wegen der Anrainer-Einwände. Sie gehen in Richtung Lärm. „Es gilt sie aufzuarbeiten“, heißt es dazu aus dem Magistrat. Ein Umstand, den Hochhauser nur schwer nachvollziehen kann.

Noch dazu, wo die Oberfeldstraße stark befahren ist und sich die Passauerbahn in der Nähe befindet. „Der Kindergarten grenzt südlich an die Straße, dann folgt ein Feld, dann der Grünbach. Dahinter wohnen erst die Nachbarn“, erklärt Hochhauser, selbst Vater von zwei Kindern. Der Neubau würde den „Straßenlärm sogar dämpfen“.

Das Feld fungiere zwar, räumt er ein, als „Freifläche für den Kindergarten“. Aber sie wären am Nachmittag nicht ständig draußen. „Am Wochenende und in den Ferien gar nicht. Viel Gruppenarbeit findet sowieso drinnen statt.“

„Stehen Gewehr bei Fuß“

Wäre der Bau jetzt pünktlich gestartet, hätten sechs Kindergarten- und zwei Krabbelgruppen das Haus im Herbst 2012 mit Leben füllen können. Für einen Kindergarten rechnet der Heimstätten-Chef mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Jetzt stellt man sich auf alle Eventualitäten, auch auf Gegengutachten, ein. Ist alles bereinigt, kann der 2,6 Millionen Euro teure Bau losgehen. Hochhauser: „Wir stehen jetzt Gewehr bei Fuß.“

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Artikel 12. Juli 2011 - 00:04 Uhr
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