Die 24-jährige Angestellte im Wettbüro Kajot, Rooseveltstraße, die von dem Räuber mit einer Pistole bedroht worden war, hat alles richtig gemacht, wie in der Schulung durchgespielt: Sie hat sich auf keine Diskussion mit dem Täter eingelassen. Sie hat keinen Widerstand geleistet. Sie hat dem Mann gegeben, was er wollte: Geld. Dann war er weg.
Den Rest konnte die Polizei erledigen: Der 33-jährige Beschäftigungslose wurde wenige Stunden später von aufmerksamen Beamten in einem geparkten Auto gefunden. Zu dem Zeitpunkt schlief er, offensichtlich schwer betrunken. Maskierung und Tatwaffe hatte er bei sich.
Der Überfall von Freitagnacht war der dritte, der innerhalb von 22 Monaten auf Steyrer Wettbüros verübt wurde. Am 22. Oktober 2009 hatte ein Mann bei Admiral Sportwetten, Leopold Werndl-Straße, 35.000 Euro erbeutet. Von ihm fehlt nach wie vor jede Spur. Am 6. Oktober 2008 hatte ein Räuber – wie im aktuellen Fall – im Wettbüro Kajot zugeschlagen.
Die Wettbüros haben weiter in die Sicherheit investiert, Videoaufzeichnungen sind mittlerweile Standard. „Seit dem Überfall im Vorjahr sperren wir um 21 Uhr die Tür zu. Wer danach herein will, muss läuten“, sagt Kemal Ljutic, der Filialleiter von Admiral Sportwetten in Steyr. Auch seine Mitarbeiter seinen vorbereitet für den Fall, dass wieder ein Räuber zur Tür hereinkommt. „Ruhe bewahren, sich auf keine Streit einlassen, nur ja nicht den Helden spielen“, erklärt er. Darauf macht auch die Polizei immer wieder aufmerksam. Gesundheit und Schutz des Lebens haben Vorrang, heißt es vom Kriminaldauerdienst. Das gelte für alle Überfälle, nicht nur für jene auf Wettbüros.
Warum Wettbüros bei Tätern, die auf Geld aus sind, dennoch so beliebt sind? „So ein Täter wird glauben, dass er hier sehr leicht zu Geld kommt“, vermutet Ljutic und gibt zu: Eine Bank überfallen wäre tatsächlich schwieriger.
Polizei befürchtet Ausschreitungen rund um Linzer Burschenbundball
Grasser-Freund Muhr will Dachstein-Quelle vermarkten
Rieds größter Vorteil: „Heuer ist die Angst vor dem Titel weg“
Regierung packt im Endspurt noch Überraschungen ins Sparpaket