OÖN: Was haben die Personen, die Sie betreuen meist angestellt?
Messner: Häufig haben meine Klienten Suchtmittel- oder Gewaltdelikte, Betrug oder Einbrüche begangen.
OÖN: Was sind Ihre Hauptaufgaben wenn sie straffällig gewordene Personen unterstützen?
Messner: Ich begleite sie zu Verhandlungen und zu Behörden und helfe ihnen eine Arbeit und eine Wohnung zu finden. Dazu unterstütze ich die Klienten bei ihren Alltagsproblemen.
OÖN: Hatten Sie schon einmal einen Klienten, mit dem Sie überhaupt nicht zurecht gekommen sind?
Messner: Nein, bis jetzt nicht. Ich trete gegenüber jedem mit dem entsprechenden Respekt auf. Bisher war immer gegenseitige Wertschätzung vorhanden.
OÖN: Ist das Gegenteil schon einmal eingetreten, also dass Sie sich mit jemandem angefreundet haben?
Messner: Nein, die Probleme der Klienten lassen mich natürlich nicht kalt, aber wenn die Betreuung abgeschlossen ist, dann ist sie abgeschlossen. Sonst würde das ins unendliche gehen.
OÖN: Wie schwer fällt es Ihnen zu Hause abzuschalten und nicht an die Probleme Ihrer Klienten zu denken?
Messner: Die persönliche Abgrenzung ist für mich ein wichtiger Punkt. Ich denke dass man die Probleme nicht zu seiner Geschichte machen darf.
OÖN: Wie lange betreuen Sie durchschnittlich einen Klienten?
Messner: Das ist verschieden, die durchschnittliche Betreuung dauert drei Jahre.
OÖN: Wie sieht der Ablauf einer Betreuung normalerweise aus? Wie oft treffen Sie sich mit den Personen?
Messner: Die Betreuungintensität ist verschieden. Zuerst gibt es einen mindestens 14-tägigen Kontakt. Später ist das unterschiedlich.
OÖN: Wo treffen Sie sich mit den Klienten?
Messner: Meist in einem Lokal, im Büro oder anderen öffentlichen Plätzen.
OÖN: Auch bei Ihnen zu Hause?
Messner: Nein, bei mir daheim finden keine Sitzungen statt. Das ist auch so eine Grenze. Beim Klienten finden aber sehr wohl Treffen statt. Durch Hausbesuche kann ich ja auch das Leben der jeweiligen Person besser kennenlernen.
OÖN: Die meisten straffällig gewordenen Personen sind Männer. Zählten zu Ihren Klienten auch Frauen?
Messner: Bisher hatte ich erst zwei Frauen zu betreuen.
OÖN: Sie sind jetzt mehr als fünf Jahre ehrenamtlich bei Neustart tätig. Haben Sie schon einmal ans Aufhören gedacht?
Messner: Nein, wenn dieser Zeitpunkt kommt, ist das ein Zeichen, dass ich die Arbeit nicht mehr machen möchte. Ich finde es spannend einen Einblick in die verschiedensten Lebenswelten zu bekommen. Da bin ich dann dankbar und demütig für mein eigenes Leben.
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