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Erpresser fordert für zwei entführte Therapiehunde 1000 Euro Lösegeld

WAIDHOFEN. Hunderte Steckbriefe von ihren Therapiehunden hat die Tierärztin Rosmarie Poskocil auf Bäume und Laternenmasten geheftet. Am Telefon hat eine Männerstimme 1000 Euro Lösegeld für die Vierbeiner gefordert.

Patienten in der Landesnervenklinik Mauer fragen beharrlich, warum „Arino“ und „Snoopy“ nicht mehr kommen, die sich geduldig das Fell kraulen lassen. Seit drei Wochen kann Poskocil die Pflegehelfer mit der kalten Schnauze nicht mehr zu Therapiestunden mitnehmen. Von den beiden zweijährigen Rüden fehlt jede Spur.

Poskocil fuhr am 8.April bloß eine Viertelstunde weg zum Einkaufen. Als sie zurückkam kein Gebell zur Begrüßung am Zaun: Auch die Haushaltshilfe hatte nichts vom Verschwinden der Hunde bemerkt.

Kein Mensch beim Treffpunkt

Tage später läutete das Telefon in der Wohnung der Tierärztin. Eine Männerstimme forderte 1000 Euro Lösegeld und gab als Übergabeplatz einen Baumarkt in Seitenstetten an. „Ich habe damals erst begonnen, Zettel von meinen Hunden aufzuhängen“, wundert sich Poskocil über den prompten Anruf. Einen Kidnapper mit zwei Hunden an der Leine konnte weder sie noch eine Zivilstreife der Polizei bei der vereinbarten Stelle ausmachen.

Über eine gerichtliche Verfügung überprüft nun die Polizei alle eingegangenen Anrufe. „Wir haben bislang keine Spur. Alles ist möglich: Ein dummer Scherz, ein Betrugsversuch, tatsächlich ein Erpresser oder die Hunde sind einfach selber entlaufen“, sagte ein Kriminalist.

Poskocil glaubt nicht, dass ihre Hunde, die sie vor zwei Jahren aus einem Tierasyl in Griechenland rettete und zu Therapiezwecken ausgebildet hat, ausgebüchst sind. Die Vierbeiner müssten aus einem eingezäunten Garten entwischt sein. „Arino“ und „Snoopy“ haben mit ihrer Zutraulichkeit auch Drogenkranken in der schweren Zeit des Entzuges frischen Mut gegeben. Vielleicht hat auch ein rückfällig gewordener Junkie aus der Not, Stoff besorgen zu müssen, die Hunde gekidnappt. Poskocil hat unterdessen 500 Euro als Finderlohn ausgesetzt: „Die Patienten vermissen ,Arino’ und ,Snoopy’ genauso wie ich“.

Kommentare
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Artikel 04. Mai 2010 - 00:04 Uhr
Von Hannes Fehringer
Bild vergrößern Erpresser fordert für zwei entführte Therapiehunde 1000 Euro Lösegeld

Tierärztin Rosmarie Poskocil gibt die Suche nach „Arino“ und „Snoopy“ nicht auf: Die Therapiehunde sind spurlos verschwunden.  Bild: feh

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