Imker, heißt es, sind ganz besondere Menschen. Sie sind ruhiger, ausgeglichener, handeln überlegter. Und sie leben deutlich länger als der Durchschnitt. Beispiel Russland: Laut Statistik sind von 100 Russen, die über 100 Jahre alt werden, 63 Imker. „Das hat damit zu tun, dass der Imker draußen in der Natur arbeitet“, sagt Anton Prenn, der dem Reichraminger Verein Wabe als Obmann vorsteht. Dazu komme der Umgang mit dem Wildtier Biene. Hier sei – ähnlich den Pferdeflüsterern – Besonnenheit und ökologisches Verständnis angebracht.
Prenn ist selbst so einer: ein Bienenflüsterer. 120 Stöcke betreut der Pensionist, produziert Waldhonig, Blütenhonig, Cremehonig, Propolis, … Prenn hat aber noch mehr vor: Gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Bienenwirte-Verein Wabe macht er sich daran, in Reichraming ein Erlebniszentrum in Sachen Bienen und Biologie zu errichten. Nationalpark Kalkalpen und die Ennskraftwerke konnten als Projektpartner ins Boot geholt werden.
Die Pläne, die schon weit gediehen sind, versprechen Großartiges: ein Lehrpfad entlang der Enns, ein Bienenhaus, in dem man den fleißigen Tieren ganz nah sein kann, und einen zehn Meter hohen Bienenstock. Hier wird auf drei Geschoßen die Möglichkeit geboten, sich interaktiv über das Naturwunder Biene zu informieren, Kinosaal inklusive. Nicht zuletzt solle die (städtische) Jugend begeistert werden für das, was die Natur zu bieten hat.
Wie positiv die Resonanz auf die Vorhaben des Vereins Wabe ist, hat sich am vergangenen Sonntag gezeigt. Zum Wabe-Fest im TDZ Reichraming kamen nicht weniger als 350 Besucher. Dort wurden auch Pläne über das Reichraminger Bienenerlebniszentrum hinaus präsentiert. Lassen sich auch andere Ennstalgemeinden dazu begeistern, Natur-Ausstellungen zu organisieren, könnte eine „Naturerlebnisstraße Ennstal“ zum Öko-Tourismus-Magneten werden. Prenn: „Da werden schon Überlegungen angestellt.“
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