„Wuff, Wuff Wuff“, bellt Golden Retriever Gismo als er bei der Übung den Vermissten gefunden hat. Das Opfer, in diesem Fall der OÖN-Reporter, hatte sich kurz zuvor hinter einem Baum versteckt. „Such Gismo such“, ermunterte Herrchen Wolfgang Eibl seinen Hund. Doch erst im zweiten Anlauf findet der Vierbeiner die gesuchte Person. Beim ersten Versuch steht der Hund zwar vor dem Journalisten bedenkt diesen aber lediglich mit einer Duftmarke. „Es sind zu viele Personen rundherum gestanden. Darum hat sich Gismo schwer getan“, sagt Eibl, der seit dreieinhalb Jahren als Mitglied der Rettungshundestaffel Steyr-Kirchdorf Menschen das Leben rettet. Bei der ersten Übungsstation die den Namen „Hoch, Tief“ trägt, stellen sich sogenannte Opfer zur Verfügung, die die Hundeführer unterstützen und verschwundene Personen verkörpern. Die Verstecke sind gefinkelt. Ein Opfer steigt auf eine hohe Leiter, doch Gismo entdeckt es sofort und gibt Laut.
Mit Spielzeug belohnt
Nach der gelungenen „Rettung“ wird der Golden Retriever mit seinem Lieblingsspielzeug, einer Beißwurst, belohnt. Generell arbeiten die Hundeführer mit Belohnung für ihre Lieblinge. „Das ist bei jedem Tier anders. Das kann ein Spielzeug oder auch Futter sein“, sagt Hundeführerin Susanne Götzinger. Mit dieser Methodik bringen sie ihren Tieren das richtige Verhalten als Rettungshund bei. „Die Menschen die sie suchen, sind den Hunden egal, sie arbeiten um belohnt zu werden“, sagt Götzinger.
Für den Such- und Rettungsdienst geeignet sind alle Rassen. Auf dem Übungsgelände im Ennstal tummeln sich Schäfer, Jack Russel oder auch Boxer, während ihre Besitzer eine Übung besprechen. „Wichtig ist nur, dass die Tiere einen Spieltrieb haben“, sagt Eibl. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert zwei Jahre. Ganz wichtig ist, dass sich die Tiere unterordnen. Wenn ich meinen Hund rufe, muss er sofort tun was ich ihm sage“, sagt Götzinger. Deshalb geht es bei einer Station auch ganz gezielt um den Gehorsam der Tiere. Gismo folgt aufs Wort. Er hört auf alle Kommandos, die ihm Eibl gibt. Bei den jungen Tieren klappt das nicht immer. Sie toben über das Gelände, ohne den Befehlen die geringste Beachtung zu schenken.
Aus Übung wird ernst
Plötzlich ändert sich die Stimmung bei den gut gelaunten Hundeführern. „Wir sollen nach Haiti fliegen“, sagt Eibl. Für ihn und Gismo wäre das der erste Auslandseinsatz. Nervosität macht sich breit. „Eine gewisse Anspannung ist schon da.“ Doch kurze Zeit später folgt die Entwarnung. Die Hundeführer bleiben zu Hause, die Übung geht für Eibl und seinen vierbeinigen Freund weiter.
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