Gemeinderat und Landesgeschäftsführer der Grünen Thomas Huber erblickt einen Wettskandal. „Jedem einfachen Gastwirt ohne Konzession wird der Betrieb zugesperrt. Ein illegales Wettlokal hat nichts zu fürchten.“
Schon vor einem halben Jahr hat die Amstettner Stadtpolizei das Wettbüro in der Wienerstraße kontrolliert. Bei den Automaten in dem Lokal tippten die Beamten auf verbotenes Glücksspiel. Eine Genehmigung für das Wettlokal fehlt bis heute. Erst jetzt hat eine Frau um die Bewilligung eines Sportwettbüros mit einem Gastlokal angesucht. „Die Räumlichkeiten sind immer noch als Lebensmittelgeschäft gewidmet“, sagt Stadtrat Anton Katzengruber (SP). Vor geraumer Zeit hatte das „Türkengeschäft“ in dem Häuserblock zugesperrt und der Greißler sein Lokal überstürzt verlassen, dass im Lager die Ware verdarb. Die neue Nutzung der Leerfläche lehnt die Stadt beim Verfahren bei der Bezirkshauptmannschaft ab. Mit einer Verbotszone für das Glücksspiel im Bahnhofsviertel hat die Stadt zu verhindern versucht, dass Jugendliche ihr Taschengeld verzocken.
Einen Riegel will auch Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer vorschieben: „Noch aber müssen wir prüfen, ob es auch strafrechtliche Belange gibt“. Die Behördenchefin ist in ein Dickicht der Glücksspielgesetzgebung eingetaucht. Weil der Server der Automaten offenbar in der Ukraine steht, fehlt der österreichischen Justiz der Zugriff. Gerersdorfer: „Wir müssen prüfen, welche Materie anzuwenden ist und welche juristischen Personen greifbar sind.“ Der Wettbetreiber ist eine Kette, die unter anderem auch in Steyr Niederlassungen und Automaten aufgestellt hat. Der als Treuhänder tätige Linzer Rechtsanwalt Wolfgang Kempf konnte gestern noch keine Stellungnahme geben: „Ich muss erst Rückfrage halten.“
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