Gestern Vormittag herrschte für Bürgermeister Wilhelm Wimmer (SP) der Ausnahmefall. Bis Mittag hat noch nie wie sonst zu Wochenbeginn das Telefon geläutet mit einem Nachbarn am Hörer, der sich über Radau beschwert hat. „Wir können zuversichtlich sein, dass die Maßnahmen greifen“, sagt der Rathauschef.
Seit Wochenende kontrollieren private Sicherheitskräfte nicht nur die Nachtschwärmer vor dem „Valentino“, „Monkey’s“ und „Calypso“. Die Securityleute sehen auch auf den Straßen in der Nachbarschaft nach dem Rechten. „Ich glaube, dass es nur eine kleine Minderheit der meist jugendlichen Gäste ist, die Dummheiten machen. Die Beschwerden der Bevölkerung aber wollte ich sehr ernst nehmen“, sagt Wimmer.
Ärger mit Halbstarken, die zu viel Alkohol getrunken haben, nervte die Anrainer: Zeitungen wurden aus den Verkaufsständen gerissen und als Flugzettel verstreut. Die Polizei musste sich mit Anzeigen gegen Unbekannte herumschlagen, die Autoantennen abgerissen und Mercedes-Sterne geklaut haben. Lärm und Gegröle in der Herrgottsfrüh raubte den Nachbarn den Schlaf.
Worauf sich der Bürgermeister mit den Gastwirten an einen Tisch setzte. Als Ergebnis gehen jetzt jede Samstagnacht von 1 Uhr bis 5 Uhr früh Securities auch in der Nachbarschaft der drei Lokale auf Streife und mahnen laute Gäste zu mehr Rücksicht auf die Anwohner. Die Kosten für die Sonderschichten der privaten Ordnungshüter teilen sich die Wirte und die Stadtgemeinde zu jeweils der Hälfte.
„Im Lokal sorgen wir für Ordnung. Ich finde die Lösung gut, dass wir nun auch außerhalb Aktionen setzen“, sagt Silvia Hausleitner vom „Calypso“. Mit dem Verlauf des ersten Straßeneinsatzes der Securities ist sie sehr zufrieden.
Das Pilotprojekt in St. Valentin ist zunächst auf September befristet. „Wir haben dann einen Überblick, ob die Maßnahme auf Dauer greift“, sagt Wimmer. Eine Verlängerung der Aktion ist möglich. Eine Sperrstundenverkürzung sei nur das allerletzte Mittel, weil es auch um die Existenz der Betriebe gehe.
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