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Wieder Nachwuchs: Jetzt wurde Luchsvater kastriert

STADT HAAG. Im Tierpark Haag kamen drei Luchsbabys zur Welt. Weil das zu viele sind, wurde die Zeugungsfähigkeit des "Kuders" beschnitten.

Wieder Nachwuchs: Jetzt wurde Luchsvater kastriert

Heuer drei Luchsbabys Bild: Stoschek

Drei Wollknäuel mit einem Ansatz von Pinselohren kullern herum und bieten für die Tierparkbesucher einen herzigen Anblick. Die reine Freude herrscht aber nicht bei der Tierparkleitung über den jüngsten Wurf, bei dem drei Luchsweibchen im Gehege jeweils von dem Männchen "Leonardo" ein Katzenkind bekamen. Der Kuder, so heißen die Männchen bei den Luchsen, begattete seinem Trieb folgend alle Weibchen im Gehege. Für Tierparkleiter und Tierarzt Karl Auinger heißt es jetzt, für den Nachwuchs Plätze in anderen Zoos zu finden. "In freier Wildbahn wären solche Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden, hilflos. Keiner der Luchse würde wissen, wie er ein Reh reißen soll, weil seine Eltern im Tierpark immer verlässlich gefüttert wurden."

Nur eines der drei Jungen des heurigen Wurfes will man im Tierpark Haag behalten. Nachdem es seit 2013 immer Junge im Gehege der Luchse gegeben hat, ist der Bedarf an den Raubkatzen in Haag längst gedeckt. Weshalb Kuder "Leonardo" auch nicht mehr neuen Nachwuchs zeugen wird. Er wurde vor drei Wochen kastriert.

Je ferner ein Wildtier von der Wildnis aufwächst, umso größer sind die Probleme in der Haltung, weiß nämlich Veterinär Karl Auinger. Unter großer Anteilnahme auch der Medien wurde vor Jahren ein Luchsbaby, das seine Eltern verloren hatte, von einer Pflegerin von Hand aufgezogen. An Menschen schmiegt sich die Raubkatze wie ein Zimmertiger. Wenn ihm Auingers Enkelin das Fell krault, dann schnurrt der zahme Luchs "wie ein Transformator", wie der Tierparkchef zu sagen pflegt. Zu Artgenossen sei der handzahme Luchs weniger lieb, erzählt Auinger. Einen kastrierten Luchs, den man zu ihm ins Gehege gegeben hatte, raufte er so brutal nieder, dass der Verlierer wegen übelster Verletzungen eingeschläfert werden musste. "Ich bin ein deklarierter Gegner von Handaufziehungen", sagt Auinger daher.

Für die drei kleinen Luchse wird es einen Platz auf dieser Erde geben, wo ihnen nichts Böses geschieht. Wie gesagt, eines der Jungen soll in Haag verbleiben. Die zwei anderen kleinen Luchsweibchen werden in einen Partner-Tierpark verschickt. Auinger: "Wir sind in einem internationalen Verbund von Zoos, wo der Austausch an Tieren gut und vorbildlich klappt."

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Artikel Hannes Fehringer 19. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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