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Wanderwege in Molln bleiben gesperrt

MOLLN. Bundesforste wollen kranke Eschen mit Harvester fällen, Gemeinde lehnt "Kahlschlag" ab.

Wanderwege in Molln bleiben gesperrt

Angekreuzt: Die vom Pilz befallenen Eschen müssen weg. Die Gemeinde Molln und die Bundesforste können sich nur über die Art und Weise nicht einigen. Bild: feh

"Bürgermeister Fritz Reinisch soll rasch das Okay des Gemeinderates einholen, sonst könnte es lange dauern", sagt Harald Greifeneder. Der Forstmeister der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Steyrtal liegt mit seiner Prophezeiung nicht falsch: Es dürfte jetzt tatsächlich lange dauern, bis die Wanderwege an der Geländekuppe des "Satterls", über die die markierten Fußsteige führen, für Bergfexe wieder geöffnet werden können. Die Wanderwege mussten gesperrt werden, weil die Umgebung lebensgefährlich geworden ist. Vom Pilz befallene, todkranke Eschen drohen beim leisesten Luftzug umzufallen. "Eine Berührung mit zwei Fingern reicht in manchen Fällen, und so ein Baum fällt um", sagt Bürgermeister Fritz Reinisch (VP).

Einig ist man sich, dass die Gefahrenherde beseitigt werden müssen. Wie man das macht, darüber ist in Molln aber ein Streit entbrannt. Kritiker wie der in der Gemeinde lebende Präsident des Umweltdachverbandes, Franz Maier, bemängeln einen Kahlschlag: "Es ist ja nicht so, dass alle Eschen in gleich schlechtem Zustand sind. Es würde ja reichen, 20 Meter links und rechts der Wege die problematischen Bäume zu fällen." Das Angebot, das die Bundesforste für die Absicherung der Wanderwege in dem von ihnen verwalteten Staatswald machten, missfällt jetzt aber nicht nur den Naturschützern, sondern auch der Gemeindeführung. "Dieses Angebot können wir weder von der finanziellen Seite noch von der Art der Umsetzung her annehmen", sagt Reinisch.

Die Bundesforste hätten von der Gemeinde laut dem Vertragsentwurf die Totalsperre eines Güterweges und Gummimatten zur Schonung des Asphalts verlangt. Die kranken Bäume wären dann überwiegend mit Harvestern, schweren Erntemaschinen, umgesägt und entästet worden, wofür sich die Bundesforste mit einer Zahlung von 11 Euro pro Festmeter entlohnen lassen wollen. Die Gemeinde würde damit ein Drittel zu den Holzerntekosten beisteuern, erklärt Greifeneder, weil die Verwertung des Holzes allein nicht kostendeckend sei.

Für Reinisch, der sich mit den anderen Gemeinderatsfraktionen abgesprochen hat, kommt der Einsatz der Harvester im Naherholungs- und Wandergebiet nicht in Frage. Er besteht darauf, dass Holzknechte die kranken Bäume ausschlagen. Das wird dauern – einerseits, bis man sich mit den Bundesforsten geeinigt hat, und andererseits, bis die Waldarbeiten dann tatsächlich beendet sind.

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Artikel Hannes Fehringer 19. Juni 2017 - 06:54 Uhr
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