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Um Bergwiese zu retten, werden "Heulifte" gebaut

MOLLN. Verein mäht in Molln freiwillig Almen und Steilhänge ab. Das Futter wird dann über Seilbahnen in das Tal befördert.

Um Bergwiese zu retten, werden "Heulifte" gebaut

Geplante Heulift-Anlage Bild: Verein

Keine Kuh rupft mehr die hochgeschossenen Grashalme ab, die Bergwiese wuchert mit kleinen Tannen und Gestrüpp zu. Damit die Almen ein Postkartenblick bleiben, müsste sich jemand finden, der mit der Sense hochsteigt und den Motormäher über den Steilhang wuchtet. "Für die Bergbauern sind oft die wertvollsten Flächen mit der schönsten Blütenpracht und dem üppigstem Kräuterwuchs nur schwer erreichbar", sagt der Steyrer Gymnasialprofessor Christian Hatzenbichler, "weil sich die Plagerei nicht rentiert, werden diese Flächen verständlicherweise aufgelassen." Dann verwildern die Weiden zu artenarmen Gstättn im Gebirge.

Bis auf 25 Hektar im Gemeindegebiet von Molln. In der Hinterwelt, über dem Pranzlgraben, mähen und heuen die Freiwilligen des von Hatzebichler gegründeten Vereines "Bergwiesen" das Gras wieder ab. Die 20 Umweltaktivisten greifen immer im Frühjahr und Sommer zu Kettensäge, Mäher und Rechen, damit das Gras geschnitten werden kann. Auch das BRG Steyr unterstützt den Arbeitseinsatz mit einem Schulprojekt. Den Schnitt von den Magerwiesen trocknet dann die Sonne zu einem Heu, das Pflanzenfressern schmeckt: "Wir verkaufen das Heu an die Bundesforste zur Hirschfütterung im Nationalpark." Der Erlös wird in Betriebsmittel für den nächsten Einsatz in den Bergen investiert.

Derzeit presst der Verein die Heuballen an den Wiesenrändern, die er mit seinem Traktor und seinen Maschinen auf Forststraßen erreicht. "Wir haben aber noch eine Reihe als ökologisch höchst bedeutsam ausgewiesene Flächen, die wir nur mit Fußmärschen erreichen können, was den Abtransport des Heus nahezu unmöglich macht"", sagt Hatzenbichler.

EU-Leader-Programm fördert

Abhilfe ist aber gefunden. Nach Schweizer Vorbild soll eine "Heu-Seilbahn" mit einer fast einen Kilometer langen Seilstrecke im Pranzlgraben errichtet werden. Für die Beförderung ins Tal mit dem Materiallift soll das Heu von den Magerwiesen in drei Stadln zwischengelagert werden. "Das ist die Handhabe wie sie in der Landwirtschaft in der Schweiz üblich ist." Zur Realisierung der Pläne ist beim regionalen EU-Leader-Programm ein Fördergesuch um 15.000 Euro eingereicht worden. "Das Projekt ist für gut befunden worden und kann wirklich etwas", sagt der im Regionalmanagement leitend tätige Bürgermeister von Steinbach/Steyr, Christian Dörfel (VP). Hatzenbichler ist zuversichtlich, dass der erste Heulift in Österreich in zwei Jahren in Molln seinen Betrieb aufnehmen wird.

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Artikel Hannes Fehringer 07. Dezember 2017 - 03:26 Uhr
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