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Steyrer hilft in Bangladesh den Rohinga-Flüchtlingen

STEYR. Mehr als 50 Mal war der Steyrer Robert Schmidt bereits für das Rote Kreuz bei Hilfseinsätzen unterwegs. Morgen, Donnerstag, fliegt er nach Bangladesh.

Robert Schmidt aus Steyr Bild: Rotes Kreuz

Die Rotkreuz-Mitarbeiter Robert Schmidt und Michael Ploberger machen sich morgen, 8. Dezember, auf den Weg nach Südostasien. Dort werden sie die Ärmsten der Armen unterstützen. Denn die Lage der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh bleibt kritisch: Sie wohnen in Zelten und Hütten aus Bambus und Plastikplanen. Es gibt keine Toiletten und Waschräume – Seuchen drohen jederzeit auszubrechen. Das internationale Rote Kreuz kümmert sich um die geflüchteten Menschen, die in riesigen Camps in Bangladesch leben.

Der Telekommunikations-Techniker Robert Schmidt aus Steyr und der aus Enns stammende Trinkwasser-Spezialisten Michael Ploberger werden die bereits vor Ort befindlichen Teams unterstützen. Während es für Ploberger der erste Auslandseinsatz sein wird, war Schmidt schon bei mehr als 50 Rotkreuz-Einsätzen tätig, beispielsweise nach den verheerenden Wirbelstürmen auf Haiti oder in den 1990er Jahren im Krieg im damaligen Jugoslawien. „Dieser Einsatz wird allerdings eine besondere Herausforderung“, meint der beruflich als Musikschullehrer tätige Schmidt. In Bangladesch wird seine Aufgabe sein, die Helfer untereinander zu vernetzen.

Seit 25. August sind mehr als 625.000 Menschen vor Gewalt in Myanmar über die Grenze nach Bangladesch geflohen, nach Cox Bazar im Süd-Osten des Landes, wo sich bereits mehr als 210.000 Personen aufgehalten hatten. Von der Gesamtzahl her ist es das größte Flüchtlingscamp der Welt, das aus geplanten und ungeplanten Ansiedelungen besteht. Seit August ist das Österreichische Rote Kreuz mit zwei Delegierten vor Ort vertreten, die Teil eines Notfall-Teams zur Trinkwasseraufbereitung sind. Auch die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Situation zählt zu ihren Aufgaben. Die Gefahr eines Ausbruchs von Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser übertragen werden, ist nach wie vor sehr hoch.

Seit September sind insgesamt acht Experten – davon sechs für das Notfall-Team zur Trinkwasseraufbereitung – nach Bangladesch entsandt worden.

Der Großteil der Menschen lebt in einem hügeligen Gebiet an der Grenze zu Myanmar, an das im Osten eine zweispurige Straße grenzt. Vereinzelte Camps sind zusammengewachsen und wurden in verschiedene Zonen eingeteilt. Nord-Süd ca. 4,5, Ost-West ca. 3,5 Kilometer, Gesamtfläche etwa 15 Quadratkilometer. Um von einem Ende zum anderen zu gehen ist man stundenlang unterwegs. Es gibt keine Straßen, kaum Infrastruktur.

Die Versorgung mit Lebensmittel ist sehr knapp beziehungsweise nicht ausreichend. 24 Prozent der Menschen sind akut unterernährt. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass im April die Wirbelsturm-Saison beginnt und die Bevölkerung der Camps und spontanen Ansiedelungen besonders bedroht. Auch der Schutz von besonders Bedürftigen wie Frauen, Kinder und Personen mit Einschränkungen stellt eine besondere Herausforderung dar.

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat Nothilfe für mehr als 433.000 Menschen bereitgestellt, darunter ein 60-Betten-Spital und mobile Kliniken, in denen mehr als 23.000 Patienten behandelt wurden. 130.000 Liter Trinkwasser wurden zur Verfügung gestellt.


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Artikel 07. Dezember 2017 - 14:15 Uhr
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