Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 28. Juni 2017, 19:40 Uhr

Linz: 27°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 28. Juni 2017, 19:40 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Steyr

"Rebellen"-Molkerei fährt Notbetrieb

STEYR. Eigentlich hätte der Frachtverkehr der "Alpenmilch Logistik GmbH" in Steyr-Gleink heute zugesperrt. Für 35 Bauern ohne Liefervertrag wird der Betrieb aber als Torso weitergeführt.

"Rebellen"-Molkerei fährt Notbetrieb

Die Fuhrparkshalle der „Alpenmilch Logistik“ in Steyr-Gleink: Ab heute fährt ein Notbetrieb. Bild: feh

Es gab Tage, da zeigten "Milchrebellen" den Molkereigenossenschaften, wer den Rahm abschöpfen sollte: Im Kampf um einen Milchpreis, für den sich die Stallarbeit wieder lohnt, verkaufte die "freie Milch GmbH" jährlich 80 Millionen Kilogramm Milch von Bauern, die ihren Genossenschaften gekündigt hatten.

Mittlerweile haben die großen Milchverarbeiter jede Konkurrenz trockengelegt, sagt Ernst Halbmayr, einer der Mitbegründer der "freien Milch". Zwischenzeitig wurde die Umschlaghalle und der Fuhrpark in Steyr-Gleink, von wo aus die Tankwägen zu Käsereien und dem Spotmarkt im Ausland losfuhren, an die "Alpenmilch Logistik GmbH" und die Führung an den Privatmolkereibetreiber Johann Furtmüller übergeben. Dieser sah sich angesichts der schwierigen Marktumstände im Vorjahr gezwungen, den Betrieb in Gleink mit heutigem Tag einzustellen.

Mit ein Grund für den Schlussstrich unter der Eigenvermarktung war auch der markante Preisverfall. Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (VP) nannte im März im Landtag Vergleichszahlen, wonach die Alpenmilch Logistik nur noch 24,6 Cent pro Liter bei einem österreichischen Durchschnitt von 34 Cent/Liter bezahlen hätte können.

Weil 35 Bauern aus Aschach/Steyr, dem Mühl- und Waldviertel nach der Kündigung noch immer keinen neuen Abnehmer für ihre Milch gefunden haben, wird die Gleinker Milchdrehscheibe im Notbetrieb weitergeführt. Zwei Chauffeure wurden zurückgeholt, notfalls schickt Furtmüller auch halbvolle Tankwägen los: "Wir lassen die Bauern nicht im Stich."

Einige der Landwirte würden überlegen, die Großmolkereien nach dem Kartellgesetz zu verklagen. In den Reihen der "freien Milch" ist es kein Geheimnis, dass ein Branchenriese wie die Berglandmilch alle Muskeln spielen habe lassen, um den unabhängigen Mitbewerber vom Markt zu werfen. Wie in "alter Gutsherrenmanier" würde nun die Berglandmilch Bauern die Rückkehr gewähren und anderen verwehren. "Unsinn!", sagt Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer, "wir hegen keine Rachegedanken, sondern bemühen uns, jeden Bauern wieder zu nehmen, der irgendwie in unsere Liefertouren passt."

Die Eigenmarke der Bauern "A faire Milch" ist von der Schließung in Gleink nicht betroffen.

Kommentare anzeigen »
Artikel Hannes Fehringer 30. März 2017 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Pfeile drangen auf 100 Meter durch Brustpanzer durch

MOLLN. Deutsche Wissenschafter testeten auf dem Bundesheerschießplatz in Molln die Artillerie Julius ...

Spätstarter aus Steyr ist Zeitfahrmeister

STEYR. Staatsmeisterschaften: Der Steyrer Markus Freiberger gewann auf sieben Jahre altem Rad das ...

Windischgarstner trafen ins Schwarze

WINDISCHGARSTEN. 580 Kinder liefen und zielten beim Sommerbiathlon. Die Pokale blieben in der Mittelschule.

Rang 2 in Jesolo für St. Ulricher U11

SANKT ULRICH. In der abgelaufenen Fußballsaison hatte der Nachwuchs des USV St. Ulrich seine Klasse gezeigt.

Billiges Bad: Kinder-Tarif sollte um 66 Prozent steigen

STEYR. Die äußerst günstigen 100er-Blockkarten für das Steyrer Stadtbad, die bisher etwa von ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!