Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 27. Mai 2016, 20:08 Uhr

Linz: 25°C Ort wählen »
 
Freitag, 27. Mai 2016, 20:08 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Steyr

Kirche soll gegen Wilderer vorgehen

WEYER. Nationalpark Kalkalpen fordert Erzbistum Salzburg auf, Luchse im Revier zu schützen.

Luchs

Bild: APA

Nicht nur weil es ein Angriff auf Gottes Schöpfung ist, gehen die illegalen Abschüsse von Luchsen im Umkreis des Nationalparks Kalkalpen die Erzdiözese Salzburg etwas an. Das Bistum ist über den "Baufond Weyer der katholischen Kirche" Besitzer des Forstbetriebes und Grundherr der Jagdreviere. Die Jägerin, die am Landesgericht Steyr – noch nicht rechtskräftig – zu einem Jahr bedingter Haft und einer saftigen Geldbuße verurteilt wurde, hat als Pächterin des Baufond Weyer einen Luchs erlegt, dessen Trophäe die Polizei in der Tiefkühltruhe eines Präparators fand.

Für Nationalparkdirektor Erich Mayrhofer ist es höchst an der Zeit, dass sich die Kirche nicht nur der Moral wegen, sondern auch als Grundbesitzer zu Wort meldet. Er hat an Erzbischof Franz Lackner einen Brief geschrieben, in dem er acht Maßnahmen des Erzbistums als Gegensteuerung zu den illegalen Abschüssen verlangt.

Zu allererst wäre es wichtig, wenn sich das Erzbistum öffentlich vom Fehlverhalten einzelner Jagdausübender in ihrem Wald distanzieren würde. Dass sich Menschen versündigen, die aus Geltungsdrang und Trophäengier ein bei uns bereits ausgestorbenes Wildtier erlegen, möchte er gerne auch aus dem Mund eines hochrangigen Kirchenmannes hören. Dann sollte die Erzdiözese Ingeborg H., die den Luchs mit einem Fuchs verwechselt haben soll, sofort die Pacht kündigen. Die Waidfrau hatte vor Gericht gesagt, sie hätte eine Bewegung im Gebüsch wahrgenommen und dann zum Gewehr gegriffen. "Wenn solche Leute mit Waffen durch den Wald gehen, muss man sich ja fürchten", fordert Mayrhofer vom Erzbischof, dass er als Eigentümervertreter auch auf einen Entzug der Jagdkarte der Frau drängen sollte. Genauso hinauswerfen sollte die Erzdiözese auch Ingeborg W.s Ehemann Harald W., verlangt der Nationalparkdirektor weiter. Ausgerechnet im Revier des Ehepaares sei auch der Peilsender des ebenfalls vermissten Luchses "Juro" erloschen, sagt Mayrhofer. Harald W. hat dieser Tage mit seinem Geländewagen einen Verteilerkasten der Energie AG umgefahren, der Polizei gegenüber verweigerte er den Alkotest, woraufhin ihm der Führerschein entzogen wurde. Für Mayrhofer ist ein "derartig unzuverlässiger Jäger" im Revier untragbar.

Kommentare anzeigen »
Artikel Hannes Fehringer 23. November 2015 - 04:34 Uhr
Weitere Themen

Dukartstraße: Alles, was fährt, wird umgeleitet

STEYR. Alternative Wege sind eineinhalb Jahre lang in Betrieb.

Die Ennsleite ist kein Nobelviertel, darauf kann sie stolz sein

STEYR. Arbeiterviertel war im Bürgerkriegsjahr 1934 Widerstandsnest der verzweifelten Gegnerschaft der ...

Start frei für das Monaco der Biker

STEYR. Zum 19. Mal findet am kommenden Samstag das Hrinkow-City-Kriterium der Mountainbiker statt.

"Schönes Gefühl, ein Stück der Welt zu retten"

MOLLN. Stefan Piminger (21) absolviert seinen Zivildienst im Nationalpark Kalkalpen und lebt dort seine ...

Die Seewiese rockt

KLEINREIFLING. Viel internationale (Rock-)Musik beim Festival.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!