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Keine Umweltprüfung für Steyrer Westspange

STEYR. Für die Steyrer Westspange wird laut Land keine Umweltverträglichkeitsprüfung vonnöten sein. Die Bürgerinitiative beruft, der Umweltanwalt kritisiert "Trickserei" der Bauwerber Stadt und Land.

Keine Umweltprüfung für Westspange

Noch pflanzt Jürgen Hutsteiner seine Sonnenblumen. Aber nach Wunsch der Stadt sollen über das Feld in wenigen Jahren die Autos auf der Westspange fahren. Bild:

Auf die Felder, die von der Trasse der Steyrer Westspange durchtrennt werden, hat der Landwirt Jürgen Hutsteiner noch einmal Sonnenblumen gepflanzt. Das gelbe Band der Blütenköpfe, das sich als Kontrast von den Kukuruzfeldern abhebt, soll auch jedem Ortsunkundigen zeigen, wie sich die geplante Umfahrungsstraße in die friedliche ländliche Umgebung schlagen wird. Seit gestern ist die Stadt Steyr als gemeinsamer Projektbetreiber mit dem Land OÖ. einen Meilenstein weiter gerückt, dass das Blumenfeld von einem Asphaltstreifen abgelöst wird. Nachdem bereits mündliche Hinweise im Rathaus eingegangen sind, hat es nun das Land der Stadt mit einem Bescheid schriftlich gegeben, dass für die künftige 4,1 Kilometer lange "Tangente B 122b" keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vonnöten sein werde.

"Wir sind sehr froh, dass die UVP-Einzelfallprüfung zu diesem klaren Ergebnis gekommen ist. Damit sind wir der Realisierung dieses für Steyr so wichtigen Straßenbauprojektes wieder einen Schritt nähergekommen", sagte gestern Bürgermeister Gerald Hackl (SP). Als nächsten Schritt werde nun die Landesbaudirek-tion die bereits verordnete Trassenführung genau vermessen, worauf schon die Verhandlungen für die Grundeinlösen beginnen könnten. Hackl betonte, dass er mit dem Straßenbaureferenten der oö. Landesregierung, Landesrat Günter Steinkellner (FP), in "regelmäßigem Kontakt" stünde, damit das Ziel, spätestens im Jahr 2021 mit dem Bau beginnen zu können, gewahrt bleibe.

Bremspunkte auf den Weg dorthin rechnete aber auch der Rathauschef selber schon in den Terminplan für die Westspange ein. "Natürlich werden wir gegen den Entscheid, dass es keiner Umweltverträglichkeitsprüfung bedarf, Einspruch erheben", sagt Hutsteiner, nicht nur betroffener Landwirt von der Umfahrungsstraße, sondern auch Aktivist bei der Bürgerinitiative "Grüngürtel statt Westspange". Der Einspruch der Bürgerinitiative wird den Fortschritt des geplanten Straßenbaus weiter verzögern, was auch Umweltanwalt Martin Dönat für gut hält. Seiner Meinung nach hat die Stadt "mit Tricksereien gearbeitet", um eine UVP zu umschiffen. Die Projektunterlagen der Landesplaner hatten ergeben, dass die neue Entlastungsstraße eine Verkehrslast von täglich 15.791 Kraftfahrzeugen tragen werde. Die Grenze für eine verpflichtende UVP liegt bei 15.000 Autos, eine Marke, die die neue Westspange überschritten hätte. Also habe das Land Samstage und Sonntage eingerechnet, an denen die Straßen leer sind, und damit den Tageswert auf 14.000 Pkw gedrückt, der unter der Schranke für eine UVP liegt. Donat: "Solche Spielchen werden leider vom Bundesverwaltungsgericht akzeptiert."

 

Blumenfest gegen die Westspange

Die Stadt und das Land Oberösterreich wie auch Bürger in den Stadtteilen sehnen den Bau der Westspange herbei, weil sie sich eine spürbare Entlastung des Straßenverkehrs erwarten. Anrainer und Grundstücksbesitzer entlang der bereits festgelegten Trasse der 4,1 Kilometer langen Tangente sagen dagegen eine massive Zerstörung der Landschaft und Natur voraus, die auch der verkehrsgeplagten Bevölkerung in der Stadt nichts bringe.

Die Westspangen-Gegner laden am Samstag, 22. Juli, um 15 Uhr beim Hof von Jürgen Hutsteiner zum "Sonnenblumenfest" mit Grillerei, Bier und Schaudreschen ein. Den Besuchern soll auch ein gescheitertes Entlastungsstraßenprojekt aus Graz gezeigt werden.

 

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Artikel Hannes Fehringer 12. Juli 2017 - 05:06 Uhr
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