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Illegale Zäune: Streit mit Mollner Bürgermeister eskaliert

MOLLN. Hobbygärtner-Ehepaar fühlt sich vom Ortschef schikaniert und hat ihn nun auch angezeigt.

Illegale Zäune: Nachbarschaftsstreit mit Mollner Bürgermeister eskaliert

Beate und Walter Kerbl mit dem wieder ausgegrabenen „Zaunsteher“ Bild: win

"Sie sollen uns einfach in Ruhe lassen. Wir wollen nur unserem Hobby nachgehen und im Garten arbeiten", sagen Beate und Walter Kerbl. Das Ehepaar aus Molln fühlt sich jedoch von der Behörde schikaniert und von Nachbarn verfolgt. Selbst im Mollner "Bürgerradar" im Internet seien sie plötzlich diffamiert worden.

Was auf den ersten Blick wie ein normaler Streit, wie er in zerrütteten Nachbarschaften häufig anzutreffen ist, anmutet, hat hier eine zusätzliche Dimension: Nachbar ist in diesem Fall Friedrich Reinisch, jener Mollner VP-Bürgermeister, der nur aufgrund eines Irrtums ins Amt gehievt worden war. Er soll laut Kerbl hinter den Anzeigen stecken, die ihm das Leben seit geraumer Zeit schwer machen. Unter anderem hätte er eine Mauer aus altem Ziegelwerk an der Grundgrenze zum Bürgermeister abreißen sollen. Erst nach einer Verwaltungsstrafe und einem Einspruch durfte die Mauer bleiben.

Jüngster Akt im Konflikt: Beate und Walter Kerbl wollten zwei vor kurzem erworbene, insgesamt 1569 Quadratmeter große landwirtschaftliche Grundstücke gegenüber Reinischs Haus einzäunen, um Hühner, Enten und Puten zu halten und einen kleinen Obstgarten anzupflanzen. "Doch kaum hatte ich die 26 Alusteher für den Zaun einbetoniert, waren auch schon wieder eine Anzeige und ein Abbruchbescheid da", sagt Walter Kerbl. Laut Behörde seien fixe Einbauten, wie sie einbetonierte Alusteher darstellen, nicht erlaubt, sagt Kerbl, der nun zum Gegenangriff übergegangen ist: "Mir hat es gereicht. Der Reinisch hat seinen Grund mit landwirtschaftlicher Widmung ebenfalls mit einbetonierten Alustehern eingezäunt und im Garten Beton und Bauschutt vergraben", sagt Kerbl, "ich habe ihn jetzt auch angezeigt."

Lokalaugenschein

Mit den Vorwürfen konfrontiert, bestätigt Reinisch die Anzeige durch seinen Nachbarn. Ebenso, dass er vor Jahren den nun beanstandeten Zaun in gutem Glauben errichtet habe. Er wolle aber als Bürgermeister nicht zusätzliches Öl ins Feuer gießen und daher nicht in der Zeitung zitiert werden.

Vizebürgermeister Manfred Hofbauer (SP), dem von Reinisch der Fall übertragen wurde, kennt den Konflikt: "Das ist eine private Fehde. Ich verstehe nicht, warum da nicht endlich einmal Ruhe ist." Mitte Oktober gebe es jedenfalls einen Lokalaugenschein mit den beteiligten Nachbarn. Nachsatz: "Wenn alle Zäune in Molln überprüft werden, müssten wohl viele weggerissen werden."

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Artikel Gerald Winterleitner 04. Oktober 2017 - 02:01 Uhr
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