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Häuser-Experte Begsteiger weiß auch, woher der Jägerberg seinen Namen hat

STEYR, GARSTEN. Der ehemalige Grundbuch-Mitarbeiter hat seine Häuserchronik Ennsdorf fertiggestellt.

Häuser-Experte Begsteiger weiß auch, woher der Jägerberg seinen Namen hat

Die Häuserchronik muss noch zum Buch verarbeitet werden. Bild: Daucher

"Damit schließe ich mein Lebenswerk ab", sagt Helmut Begsteiger und blättert in einem sauber geordneten Stapel Papier. Nächstes Jahr, so der Wunsch des 75-jährigen Garstners, soll die "Häuserchronik Ennsdorf / Neuschönau / Ennsleite", die er eben fertiggestellt hat, als Buch vorliegen. Sein achtes wäre es. Zuletzt, vor einigen Jahren, ist seine "Häuserchronik Steyrdorf" erschienen.

Fünf Jahre Arbeit

Am neuen Werk hat Begsteiger, den man auch als den Mister Hintergebirge kennt, fast fünf Jahre lang gearbeitet. Für so manchen Hausbesitzer sind Begsteigers Recherchen, der 33 Jahre lang bei Gericht fürs Grundbuch zuständig war, ein Segen. Die Chronik verfolgt die Geschichte so manchen Gebäudes über viele Jahrhunderte zurück.

Aber auch andere historisch interessierte Leser werden auf ihre Kosten kommen. So erläutert Begsteiger etwa, woher der Jägerberg seinen Namen hat. "Wenn die Herrschaft von der Styraburg auf den Damberg zur Jagd gegangen ist, haben die großen Bauernhöfe auf der Ennsleite die Treiber und Hunde stellen müssen", sagt er im Gespräch mit der Steyrer Zeitung. In einem Urbar aus dem Jahr 1583 sei das noch einmal schwarz auf weiß bestätigt. Zuvor habe der Ortsteil Kuhberg geheißen.

Isabellenhof bis Minichmayr

Auch so große und historisch bedeutende Gebäude wie das Hotel Minichmayr und den Isabellenhof findet man in der Chronik verzeichnet. Das Hotel war einst Brauerei und Ausschank. Die Haratzmüllerstraße, an der es gelegen ist, war einst der wichtigste Zugang zur Stadt. Der Isabellenhof war der wichtigste Gasthof in der Neuschönau. "Dort hat dann die Aveg ihren Betrieb hingebaut, jetzt hat man auf dem Areal neue Wohngebäude gebaut."

Häuserchroniken verfasst Begsteiger bereits seit 30 Jahren. Seine erste, diejenige für Garsten, ist 1986 erschienen. "Die ist immer noch nachgefragt", sagt er. Viele Steyrer, die zum Beispiel in Sarning oder Christkindl wohnen, würden draufkommen, dass ihre Häuser in dieser Chronik verzeichnet sind. Die genannten Ortsteile haben früher zu Garsten gehört.

Auch wenn er nun kein Buch-Projekt mehr in Angriff nimmt, glaubt Begsteiger nicht, dass ihm langweilig wird. "Es kommen ja immer wieder Leute zu mir, die mich fragen, ob ich ihnen etwas übersetzen kann. Das mache ich bar nur für den Raum Steyr hier."

Begsteiger gehört jener Gruppe von Menschen an, die auch das alte Kurrent noch lesen können.

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Artikel Kurt Daucher 17. Dezember 2014 - 00:04 Uhr
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