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Freispruch für Poker Club am Landesgericht

STEYR. Staatsanwalt klagte Turnierveranstalter wegen 165.000 Euro Steuerhinterziehung an. Den Schöffen fehlten die Beweise.

Freispruch für Poker Club am Landesgericht

Palace Poker Club: Für das Strafgericht fehlte der Beweis, dass 165.000 Euro Steuer hinterzogen worden seien. Bild: feh

Bei dem Spielertempel in der prunkvollen ehemaligen Direktion der Steyr-Werke geht es mitunter um eine schöne Stange Geld. Am Wochenende erst wurden beim "Summer Cup" des Palace Poker Club "garantiert 5000 Euro" Preisgeld bei einem Turnier ausgespielt. Geldscheine flattern dabei nicht aus der Hand der Kartenspieler auf den Tisch, beteuern die Betreiber. Markus T., Geschäftsführer und Gesellschafter der Palace Poker Club GmbH, sah sich und seinen Partner Andreas W. denn auch beim Schöffenprozess am Freitag im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Steyr bei der falschen Veranstaltung. Weil in dem Klub die Poker-Version "Texas Hold ‘em" gespielt wird, bei dem es nicht auf eine Glückssträhne, sondern auf logisches Denken ankomme, hätten auch schon Dutzende Rechtsgelehrte befunden, dass es sich um ein "Geschicklichkeitsspiel" handle.

165.000 Euro Steuerschuld

Trotzdem ist der Pokerrunde in Steyr die Finanz auf die Fersen gerückt. Weil sie nicht ausreichend Unterlagen bekommen hätten, seien die Prüfer gezwungen gewesen, dem Staat entgangene Abgaben zu schätzen. Dabei kam nicht nur eine angebliche Steuerschuld von 165.000 Euro heraus, sondern der Forderung des Finanzamtes folgte eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes massiver Steuerhinterziehung auf den Fuß.

Markus T. und Andreas W. konnten sich gegen den Vorwurf, mit Vorsatz gehandelt zu haben, wehren: Eigens hatten sie sich bei einem auf Glücksspielrecht spezialisierten Rechtsanwalt in Innsbruck und einem ebenso mit der Materie befassten Steuerberater erkundigt. Von den beiden Fachleuten hätten sie erfahren, dass sie mit ihrer Poker-Variante keine Probleme haben würden. "Wir haben auf die Auskünfte vertrauen müssen", sagte Markus T.

Aber der Fiskus fand trotzdem Beanstandungen. Ein Steuerfahnder stöberte in dem Klub eine Verlautbarung auf, dass die Hausregeln auch für "CP" gelten würden. Anders als der Beamte mit "Cash Play" entzifferte Markus T. das Kürzel mit "Card Play". "Wird nicht ohnehin in einem Poker Club nur mit Karten gespielt?", wunderte sich Richterin Petra Fahrenberger. Die Beschuldigten verneinten das: gelegentlich würde aus Zeitvertreib auch Backgammon gespielt.

Schuld für Schöffen zweifelhaft

Für die Schöffen bestanden aber an der Schuldhaftigkeit der Angeklagten zu viele Zweifel. Richterin Petra Fahrenberger sprach daraufhin beide Angeklagten frei. Staatsanwalt Guido Mairunteregg gab keine Erklärung ab, weshalb das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

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Artikel Hannes Fehringer 17. Juli 2017 - 03:10 Uhr
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