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Diese drei Kameras filmen gestochen scharf

STEYR. Die Videoüberwachung am Pfarrberg und Stadtplatz ist in Betrieb. Die Polizei hat vor allem Randalierer im Visier.

Diese drei Kameras filmen gestochen scharf

Polizei-Leitstelle Steyr: Hier gibt es zu sehen, was die Überwachungskameras am Pfarrberg und Stadtplatz festhalten. Im Bild von links: Gruppeninspektor Reinhard Käfer, Bürgermeister Hackl, Vize Zöttl, Stadtpolizeikommandant Moser. Bild: Daucher

Ein kleiner Druck mit den Fingern gegen den Joystick genügt. Das Live-Bild am Monitor dreht sich – leicht verzögert – gegen den Uhrzeigersinn. Vom Fuße des Pfarrbergs hinauf wandert es Richtung Brucknerplatz. Der Schwenk ist bewusst schnell gewählt. "Wir wollen ja niemandem beim Schlafzimmer hineinschauen", sagt der Beamte, der gemeinsam mit einem Kollegen Dienst tut. Das wäre auch gar nicht erlaubt.

Schauplatz der Szene: die Leitstelle der Steyrer Stadtpolizei. Auf zwei Bildschirmen wird hier beobachtet, was in der Pfarrgasse und auf dem Stadtplatz passiert. Seit Donnerstag vergangener Woche ist die Video-Überwachung offiziell in Betrieb. Davor haben die Polizisten, die hier zum Einsatz kommen, einige Tage lang üben dürfen.

Beobachten und identifizieren

Verwendet wird die Überwachung, bei der auf die Aufnahmen von insgesamt drei Kameras zurückgegriffen wird, um im Falle von Randalen oder Gewalttaten so schnell wie möglich einschreiten zu können, erklärt Stadtpolizeikommandant Christian Moser – oder die Täter im Nachhinein zu identifizieren. "Die Aufnahmen bleiben 48 Stunden lang gespeichert."

Jene beiden, die als erste Nicht-Polizisten einen Blick auf die Live-Bilder machen dürfen, sind Bürgermeister Gerald Hackl und Vize Helmut Zöttl. Sie zeigen sich beeindruckt von der Qualität der Aufnahmen. Auch im extremen Zoom-Modus sind die Bilder gestochen scharf. Auch Kennzeichen von Fahrzeugen, die vom Citypoint-Kreisverkehr in Richtung Brucknerplatz fahren, sind problemlos ablesbar, Gesichter von Passanten klar erkennbar. Die Kamera ist in diesem Fall 100 Meter vom Geschehen entfernt. "In der Nacht sind die Bilder fast noch besser", sagt der Beamte. Im Kunstlicht gebe es keine so deutlichen Schatten wie bei Sonnenschein.

Wenige Minuten vor dem Schwenk der Pfarrberg-Kamera Richtung Brucknerplatz hat Hackl über eine der Stadtplatz-Kameras beobachtet, wie ein Kleinwagen die Fußgängerzone Pfarrberg hinauffährt. "Jetzt müsste man eigentlich schon ...", sagt Hackl lachend in Richtung Moser. Was dieser nickend und ebenfalls lachend bejaht. Gleich darauf ist ein Audi durch die Pfarrgasse unterwegs.

Wichtig ist Moser, dass vor allem die Bereiche vor den als "Problem-Lokalen" bekannten Gaststätten gut einsehbar sind. Hier war es in der Vergangenheit mehrfach zu Ausschreitungen und Gewaltakten gekommen. Trauriger Höhepunkt war jener Faustschlag, der einem damals 17-Jährigen beinahe das Leben gekostet hätte. An den Folgen leidet er heute noch. Der Täter konnte trotz widersprüchlicher Zeugenaussagen gefasst und verurteilt werden. Mit einer Videoaufzeichnung hätten es Polizei und Gericht deutlich leichter gehabt.

Keine Hatz auf Radler

Wegen dieses und ähnlicher Vorfälle war die Video-Überwachung in der Steyrer Innenstadt genehmigt worden. Im Zuge der politischen Diskussion waren Bedenken geäußert worden, das sei zu viel an Überwachung und eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. "Wir stellen keinen Radlern nach, die wir durch die Pfarrgasse fahren sehen", so Moser. Zu diesem Zweck seien die Kameras nicht angeschafft worden. Ins selbe Horn stößt Stadtchef Hackl: "Wir hoffen, dass wir mit der Überwachung einige Straftaten verhindern können – oder dass, falls doch etwas passiert, die Täter schnell ausgeforscht werden können."

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Artikel Kurt Daucher 21. August 2017 - 04:36 Uhr
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