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Die Erdkugel bekommt wieder Luft

STEYR. Vor 20 Jahren, am 11. September, wurde in Steyr das Teilchen der Menschlichkeit geboren.

Die Erdkugel bekommt wieder Luft

Werndl, Angerbauer: Die Erde ist nach wie vor dicht. Bild: privat

11. September: dieses Datum hat sich unlöschbar ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannt. Vor zwölf Jahren war es, als die beiden Türme des New Yorker World Trade Center Ziel eines noch nie dagewesenen Terroranschlags wurden – und, nachdem zwei entführte Passagierflugzeuge in die Gebäude geschossen waren, in sich zusammenstürzten.

Ganz Steyr wirkte mit

Acht Jahre davor in Steyr: Hier bekommt der 11. September eine ganz andere, eine rundum positive Marke verpasst. Mehrere hundert Steyrer haben in der Pfarrgasse Aufstellung genommen und beteiligen sich – als Vertreter von Vereinen, Institutionen oder ganz privat – an einer Kunstaktion mit dem Titel „Erdkraft – Gutkraft“. Von oben kommend wird ein riesiger, mit Luft gefüllter Erdball den Berg hinuntergerollt. Sein Weg führt durch die Reihen der Menschen hindurch. Laut Konzept des Künstlers Johannes Angerbauer wird so das „Teilchen der Menschlichkeit“ geboren.

Weil die Aktion 20 Jahre her ist und er hofft, dass bald wieder ein positiver Kontrapunkt zum Tag des Terrors und des Todes gesetzt wird, hat Angerbauer zsammen mit seinem Künstler-Kollegen Mario Werndl den Erdball wieder aufgeblasen. Die Luft hält. In Kürze wird das Objekt im Amtshaus Reithoffer ausgestellt. Per Video wird Einblick in die Aktion von damals geboten. Auch wie der 3-Meter-Ball bemalt wurde, ist zu sehen.

Worauf Angerbauer nun noch hofft, ist, dass sich noch jemand findet und am 11. September 2013, also heuer, eine ähnliche Aktion organisiert. „Vielleicht passiert ja noch etwas“, sagt er. Er selbst traue sich das nicht mehr zu – nicht zuletzt deswegen, weil ihm die finanziellen Mittel fehlen.

80 Bücher blieben übrig

Dass die Kunstaktion von damals noch heute nachwirkt, ist aktuell in der Galerie Steyrdorf erfahrbar. Dort liegen jene Bücher auf, in denen die „Erdkraft – Gutkraft“ dokumentiert ist und die von den Teilnehmern damals noch nicht abgeholt worden sind. „80 Exemplare sind das etwas“, so Angerbauer. Auf dem Ledereinband jedes Buches ist der Name des jeweiligen Teilnehmers aufgeprägt. Die Dokumentation versteht sich als Skulptur, bestehend aus 558 Teilchen. Wer sein Buch damals nicht abgeholt hat, kann das jetzt – wie gesagt in der Galerie Steyrdorf – nachholen.

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Artikel Kurt Daucher 08. Juli 2013 - 00:04 Uhr
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