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Bewährungsprobe für den Stadtplatz: Wird die Verkehrsführung akzeptiert?

STEYR. Ab sofort können die Bürger ihre Wünsche und Beschwerden im Rathaus deponieren.

Bewährungsprobe für den Stadtplatz: Wird die Verkehrsführung akzeptiert?

Magistrats-Stadtplaner Thomas Froschauer soll in den kommenden drei Wochen Wünsche und Beschwerden zur neuen Situation am Stadtplatz entgegennehmen. Das Zentrum selbst wird nun mehr denn je von Autos dominiert. Bild: win

"Funktioniert die Verkehrsregelung zur Weihnachtszeit, dann wird sie das ganze Jahr über funktionieren", sagt Thomas Froschauer. Der Stadtplaner am Magistrat Steyr ist aktuell dafür abgestellt, den Steyrern die neue Verkehrsführung im Stadtzentrum zu erklären. Täglich ab 8 Uhr steht er in seinem Behelfsbüro im Rathaus-Erdgeschoss für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

In der Vorwoche wurde die Stadtplatz-Fahrbahn auf rund sieben Meter Breite verschmälert, die Parkplätze zwischen Marienkirchen und Rathaus Richtung Fahrbahnmitte gerückt, die Parkzone vor der Bank Austria neu geregelt. Auf der Rathausseite und rund um den Leopoldibrunnen ist so mehr Raum für Fußgeher entstanden. Am Grünmarkt und Stadtplatz stehen nun knapp 70 Parkplätze zur Verfügung, während der Schanigartensaison werden es weniger als 40 sein. Insgesamt wurde die Anzahl der Parkplätze am Stadtplatz und Ennskai unterhalb der Marienkirche um 40 reduziert. Dafür stehen nun in der neuen zentrumsnahen Stadtplatzgarage 260 neue Stellplätze zur Verfügung.

Noch wird nicht gestraft

Noch werde er nicht mit Anfragen bombardiert, sagt Froschauer über den Beginn des auf ein Jahr befristeten Probebetriebs. Die aktuelle Lösung sei ein Kompromiss, aber "eine Verbesserung ist es, auch wenn es nie allen passen wird. Es kommt darauf an, wie diszipliniert die Autofahrer sind." Entscheidend werde jedenfalls sein, wie gut die nun frei gewordenen Flächen genutzt werden.

Eines jedoch zeigt sich bereits in den ersten Tagen klar: Aufgrund der in die Mitte gerückten Parkfläche dominieren die Autos das historische Stadtzentrum stärker. Im Sommer werden dann vermutlich die Zelte und Schirme der Schanigärten die Sicht auf das Häuserensemble noch deutlicher verstellen. Und auch Radfahrer haben aktuell Schwierigkeiten, ihren Platz zu finden. Denn Radstreifen ist im Konzept keiner vorgesehen. Ebenfalls noch nicht ausgereift: Viele Taxis fahren derzeit ebenso wie Klein-Lkw der Zulieferer und Marktfahrer über den Grünmarkt vom Stadtplatz. Vorgesehen ist das im neuen Konzept zwar nicht mehr, derzeit wird jedoch noch von Strafen abgesehen.

Autos mitten am Stadtplatz

"Jetzt sieht man erst, wie deplaziert die Autos auf einem der schönsten Plätze Mitteleuropas herumstehen", sagt Mobilitätsstadtrat Reinhard Kaufmann (Grüne), der sich mit seinen Vorstellungen – etwa der Sperre der Kaigasse und der Ennskaizufahrt über die Zieglergasse – in der Planungsphase nicht durchsetzen konnte: "Ich glaube aber, das wird sich noch entwickeln. Die in die Stadtplatzmitte gerückten Parkplätze wird man auf Dauer nicht benötigen." Er werde immer wieder gefragt, warum die Stadt nicht gleich eine größere Fußgängerzone am Stadtplatz gemacht habe: "Aber das wird in fünf Jahren vielleicht ein realistisches Szenario sein."

Keineswegs restlos zufrieden ist auch Vizebürgermeister Helmut Zöttl (FP), der Verkehrsreferent, mit der neuen Regelung: "Ehrlich, das meine ist es jetzt nicht. Im Grunde genommen ist das ja kein Konzept, die Autos stehen mitten auf dem Stadtplatz. Es wird aber sicher einen Lerneffekt geben." Wichtig sei aber vor allem, dass der Markt funktioniere. Das werde sich noch zeigen.

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Artikel Gerald Winterleitner 14. November 2017 - 06:04 Uhr
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