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Auf Äckern in Schiedlberg wächst die "Beerenkraft"

SCHIEDLBERG. Bauer Gottfried Strasser gab die Schweinemast auf und baut statt Kukuruz Aroniabeeren an. Ein Vorbild für Um- und Einsteiger.

Auf Äckern in Schiedlberg wächst die "Beerenkraft"

Gottfried (li.) und Stefan Strasser pflanzen Aroniabeerenstauden an. Bild: feh

Die Aroniabeeren schmecken nicht übel und nicht sonderlich gut nach säuerlichem Holunder. Den violetten Saft hat Gottfried Strasser das erste Mal bei der "Grünen Messe" 2012 in Berlin gekostet und mit seinem Sohn Stefan entschieden: "Das bauen wir an."

In endlosen Zeilen erstrecken sich mittlerweile die Sträucher der nordamerikanischen Beerenfrucht über 26 Hektar Äcker, auf denen der Bauer aus Schiedlberg zuvor Kukuruz und Weizen für seine Schweinemast angebaut hat. Die Tierhaltung hat er aufgegeben, seinen Betrieb voll auf biologischen Pflanzenbau umgestellt. "In den herkömmlichen Bahnen zu produzieren, hätte keine Zukunft mehr gehabt", pflichtet ihm sein Sohn Stefan bei, der in der Landwirtschaftlichen Fachschule Schlierbach den Landwirtschaftsmeisterberuf erlernt hat.

Die Aroniabeeren gelten als Stärkung für den Geist und Labsal für den Körper. Die Indianer Nordamerikas haben sie aus diesem Grund gegessen. Krebspatienten hilft der Saft der Pflanze, die sich mit eigenen Wirkstoffen gegen Schädlinge wehrt und keine Spritzmittel braucht, die Chemotherapie besser zu vertragen. Was auch Gottfried Strasser bei seiner Krebsheilung im Krankenhaus am eigenen Körper verspürt hat. Den Saft, der mit einer Erntemaschine gewonnen wird, verkauft die Familie ab Hof, im Internet, bei den Hoflieferanten in Steyr und in der Naturstube Bad Hall.

Für den Direktor des Nationalparkes Kalkalpen, Erich Mayrhofer, dem Sierninger Raiffeisenbank-Vorstand Karl Dietachmair und der Managerin der Scheuch-Privatstiftung Julia Oestreich ist das Beispiel der Familie Strasser ein Musterfall für ein "Start-up" in der Region.

Bei einer Förderaktion "Vielfalter" können noch Menschen, die ähnlich gute Geschäftsideen wie die Bauernfamilie Strasser, ihre Pläne bis 3. Juli unter info@der-vielfalter.at einreichen.

Bisher haben bei dem Wettbewerb, bei dem die besten Firmengründer in spe mit einem professionellen Coaching begleitet und mit wichtigen Wirtschaftsleuten vernetzt werden, 20 Teilnehmer ihre Konzepte eingereicht, die das Potenzial der Nationalparkregion ausschöpfen sollen. Der Anbau der Aroniabeere wurde indes auch durch das Leader-Programm von der EU gefördert.

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Artikel Hannes Fehringer 20. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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