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Achillessehne schmerzt: Valentin Pfeil droht Operation

STEYR, WIEN. Der 29-jährige Steyrer muss in den kommenden Wochen entscheiden: Startet er heuer bei der Europameisterschaft oder legt er seinen Fokus bereits auf die Olympia-Qualifikation.

Achillessehne schmerzt: Marathonmann Valentin Pfeil droht nun eine Operation

Valentin Pfeil bei seinem bislang letzten Auftritt als Marathonläufer: Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London kam der Steyrer in 2:16:28 Stunden als achtbester Europäer auf den hervorragenden 23. Platz. Bild: GEPA

Valentin Pfeil hat seine erfolgreichste Saison als Marathonläufer hinter sich: Beim Vienna City Marathon im April wurde der 29-jährige Steyrer bei seinem zweiten Start über die 42,195 Kilometer-Distanz in 2:14:49 Stunden als bester Europäer Elfter, bei seinem WM-Debüt am 6. August in London schaffte er in 2:16:28 Stunden als achtbester Europäer den hervorragenden 23. Platz. Doch nun zählt das alles nicht mehr. Pfeil steht an einem Scheidepunkt seiner noch jungen Karriere als Profisportler.

"Ich laboriere schon seit Beginn der 2017er-Saison an einer chronischen Achillessehnenentzündung", sagt der Spitzensportler, "leider ist diese bei der Cross-Europameisterschaft am 10. Dezember in der Slowakei bei einem künstlichen Hindernis wieder akut geworden." Er sei damals das Rennen zwar noch mit Schmerzen zu Ende gelaufen – "Es war ja laut Plan meine letzte Crosslauf-EM" –, seither hat er aber einen Trainingsstopp beim Laufen eingelegt.

EM-Start wackelt

"Aktuell trainiere ich nur auf dem Ergometer und beim Aquajoggen", sagt Pfeil, der in der kommenden Woche in Wien wieder zum Medizincheck muss: "Es gibt zwar einige, die mir eine Operation nahelegen, aber ich versuche momentan noch, diese Entzündung konservativ auszuheilen."

Eine OP würde das sofortige Saisonende bedeuten, noch ehe diese überhaupt begonnen hat. Doch dann müsste Österreichs aktuell bester Marathonläufer zwei Fixtermine von seiner To-do-Liste streichen: Die 35. Auflage des Vienna City Marathon am 22. April und im August die Marathon-Europameisterschaft in Berlin.

Beides hat jedoch keine Bedeutung, spricht man Pfeil auf sein Karriereziel hin an: "Ich will 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gehen", kommt die Ansage des 29-Jährigen mit fokussiertem Blick. Diesem angepeilten Höhepunkt seiner Sportlerlaufbahn hat der ausgebildete Tierarzt und Sportsoldat beim Bundesheer im Leistungszentrum Südstadt momentan alles untergeordnet. Sogar den beruflichen Einstieg in der Tierklinik von Vater Leopold: "Mein Vater ist 67 Jahre alt. Wir haben vereinbart, dass er zumindest noch bis 69 weitermacht und ich erst nach Tokio als Tierarzt in der Klinik einsteige."

Die Gegenwart ist für Valentin Pfeil jedoch eine andere. Nach der Untersuchung in Wien will er sich bis spätestens Februar entscheiden, wie es weitergeht: "Eines ist klar: Wenn ich drei Monate vor einem Marathon nicht halbwegs schmerzfrei trainieren kann, dann hat es auch keinen Sinn." Denn beim Marathon selbst leide er auf seinem Top-Level ohnehin.

"Für mich gilt es nun, vor allem strategisch zu denken und dann zu entscheiden", sagt Pfeil, "ich habe ab 1. Jänner 2019 genau drei Chancen, um das Limit für Tokio zu erbringen." Und letztlich sei es das, was in seiner Karriere nun wirklich zähle.

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Artikel Gerald Winterleitner 08. Januar 2018 - 04:15 Uhr
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