Ein Schriftstück aus dem Jahr 824 über das Kloster Mondsee erwähnt die Kirche zu Scugindorf als Vertragsort. Die Kirche steht noch, und Schöndorf ist heute eine von vielen beliebten Wohngegenden der Stadt. Vöcklabruck selbst wurde 1134 als Pons Veckelahe erstmals erwähnt. Der Stadtkern mit seinen zwei Wappentürmen als Wahrzeichen der Stadt stammt auch aus dem 12. Jahrhundert.
Seit dieser Zeit hat sich viel verändert, der historische Stadtplatz ist aber gut erhalten geblieben. Allerdings bröckelt der Putz rund um Stadtplatz, Vorstadt und Hinterstadt nicht nur an einigen Fassaden. Die Geschäftsleute in der Innenstadt kämpften viele Jahre gegen die Einkaufszentren in den Nachbarstädten Gmunden und Wels und wegen der Salzburglastigkeit des Mondseelandes auch in diese Richtung. Nun führen sie den Kampf gegen Goliath auf der grünen Wiese auch in der eigenen Stadt. Die „Varena“, lange gewünscht als Waffe gegen Kaufkraftabflüsse, beschert dem Rest der Handelsstadt Vöcklabruck Frequenzrückgänge. „Die Stammkunden sind geblieben, Laufkundschaft gibt es fast nicht mehr“, sagen Geschäftsleute am Stadtplatz. Dabei gehörte Vöcklabrucks Innenstadt mit 70.000 Zählungen pro Woche 2005 zu den frequenzstärksten Städten Österreichs. Egal, mit wem man redet, schnell kommt das Gespräch auf das Thema Innenstadt versus „Varena“.
Innenstadt stärken
Zahlen auf geduldigem Papier sind das eine, Fakten das andere: 17 leerstehende Geschäftslokale auf dem Stadtplatz, in der Vorstadt und der Hinterstadt. Dabei hatten Vöcklabrucks Politiker versprochen, dass die Innenstadt gestärkt werden soll, damit die Befürchtungen der Geschäftsleute mit der „Varena“-Eröffnung nicht eintreten. Projekte gab es auch zuhauf. Aktuell soll eine „wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung“ die Attraktion in Vöcklabrucks Zentrum werden. Das haben andere Städte auch. Und mittwochs ist es egal, wie der Stadtplatz geschmückt ist, da wuselt es im Zentrum, weil der Wochenmarkt die Leute aus dem halben Bezirk anzieht. Aber sonst scheint die Stadt, die sich gerne „Tor zum Salzkammergut“ nennt, ihre Tore weit offen zu haben – vor allem an den Wochenenden, da ist das Zentrum leblos. Auch wenn die „Varena“ kein Einkaufstempel geworden ist und selbst mit Umsatzproblemen kämpft, muss sich in der Innenstadt dringend einiges ändern. Spezialisierung, in der Wirtschaftspolitiker große Chancen sehen, reicht nicht aus, denn wenn Frequenzbringer fehlen, müssen die Leute erst recht wieder ins Auto steigen. Apropos Auto: Als es die „Varena“ noch nicht gab, konnte man Freitagnachmittag und Samstagvormittag in der Innenstadt gratis parken. Gratisparken ist nur noch auf zwei Plätzen und als einstündige Zugabe auf eine halbe Stunde Parken möglich. Natürlich hängt Vöcklabrucks Wohl und Weh nicht von Gratisparkplätzen in der Innenstadt ab. Aber warum ging es früher und jetzt nicht mehr?
Jung und kulturbegeistert
Eine Imageaufpolierung hat Vöcklabruck als Schul- und Kulturstadt nicht nötig, auch wenn es sicher noch Einzelwünsche gibt. Allein sieben Schulen mit Maturaabschluss gibt es in Vöcklabruck, die die jungen Leute aus dem Bezirk anziehen.
Seit 1970 verwaltet eine gemeindeeigene Firma die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. Verwalten ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn vom Kleinkunstabend bis zur großen Oper, vom Hallenbad bis zur Eishalle ist in Vöcklabruck vieles möglich. Gut genutzt hat die Stadt auch die Landesgartenschau 2007 und ihre schönen Parks entlang der Vöckla neu gestaltet. In der Hatschek-Stiftung, ein von Hans Hatschek (Eternit) gestiftetes Relikt des alten Landeskrankenhauses, wurde nach einer Bausteinaktion mit 20.000 Euro Erlös gerade erst das Kunst & Kulturhaus Vöcklabruck gefeiert. Die Gleichenfeier am 4. November steht symbolisch dafür, was über Parteigrenzen hinweg – nicht nur kulturell – möglich war und ist.
Sport: Profi-Fußball währte kurz
Nur kurz währte das Abenteuer Profi-Fußball im Voralpenstadion: Der 1. FC Vöcklabruck stieg 2008 in die Erste Liga auf, nach einer Saison gleich wieder ab. Wegen finanzieller Probleme stellte er den Betrieb ein. Als Nachfolger wurde der VB SC gegründet, der mittlerweile in der ersten Klasse Süd spielt.
Bürgermeister: Nur Humer länger im Amt
Am 12. November 1991 wurde Herbert Brunsteiner zum ersten Mal als Bürgermeister angelobt. Nur sein Vorgänger, Franz Humer, war mit 22 Jahren noch länger im Amt. Bei den Direktwahlen erreichte Brunsteiner immer mehr als 61 Prozent, mit seiner VP-Fraktion holte er 2009 die absolute Mehrheit im Vöcklabrucker Stadtparlament.
Trotz 20 Jahren Bürgermeisterei ist der 59-jährige Politiker keineswegs amtsmüde und kündigt für 2015 seine erneute Kandidatur als Stadtchef an.
Bericht fehlt, ist der schöne Reim, den Franz Stelzhammer über Vöcklabruck gedichtet hat.
hat aber nix mit dem Salzkammergut zu tun.
Bad Ischl ist das Herz des Salzkammergutes und Gmunden das Tor zum Salzkammergut. Auch SalzBURG hat keinen Bezug zur SalzKAMMER. So haben wir es zumindest vor 70 Jahren in Heimatkunde gelernt.
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