Damit soll hier aufgeräumt werden: „Traun ist eine relativ gesichtslose Ansammlung von Wohnhäusern“, heißt es da manchmal. Aber das zeugt nur von einem sehr oberflächlichen Blick. Traun hat vier Stadtteile, die trotz des Zusammenwachsens weiter eine Rolle spielen: Das Zentrum, das innerhalb der Stadt als „Traun“ bezeichnet wird, ist geprägt nicht nur vom neugotischen Turm der Stadtpfarrkirche, sondern auch aufgewertet durch die neue Hauptplatzgestaltung. Echte Barockfassaden haben wir Trauner nicht, wir setzen moderne Akzente.
Der Stadtteil St. Martin, insbesondere Alt-St. Martin, hat einen dörflich-gemütlichen Charakter bewahrt. Die Eigenständigkeit unterstreicht in St. Martin das neue Stadtteilzentrum. Ein solches Zentrum gibt es auch in Oedt, dem westlichsten Teil der Stadt. Mit dem Oedtersee und dem Badezentrum beherbergt dieser Stadtteil auch zwei Freizeit-Highlights, die über Trauns Grenzen hinweg bekannt sind. St. Dionysen hat es zwischen dem Zentrum und St. Martin vielleicht ein bisschen schwer. Dafür ist es mit dem Bundesschulzentrum und der HTL ein wichtiger Bildungsplatz.
Zuwanderung nach Traun
„Traun hat einen hohen Migrantenanteil“, heißt es oft. Gemeint ist, Traun leide darunter. Nun, die Zahlen der Statistik Austria liegen am Tisch: 17,3 Prozent der Trauner Bevölkerung sind keine österreichischen Staatsbürger. Fragt man nach dem Ort, wo die Menschen geboren wurden, stammen 28,5 Prozent der Wohnbevölkerung aus dem Ausland. Fast die Hälfte dieser Menschen kommt aus Ex-Jugoslawien, nicht ganz 15 Prozent aus der Türkei.
Was heißt das abseits der Zahlen? Natürlich gibt es auch Integrationsprobleme: Zu lange wurde die Ghettobildung im Zentrum übersehen. Das hat auch Auswirkungen auf den Schulsprengel. Aber die meisten Trauner Politiker versuchen, mit dem Thema lösungsorientiert umzugehen. Vor allem: Das Zusammenleben funktioniert meist besser, als es von außen aussieht. Und jene Menschen, die gut integriert sind, fallen gar nicht mehr auf.
Im Übrigen: Neu-Trauner gab es schon immer. Die Gemeinde hat nach dem Zweiten Weltkrieg einen Bevölkerungsboom vor allem durch Zuzug erlebt, darunter waren auch viele deutschsprachige Flüchtlinge wie Siebenbürger oder Jugoslawiendeutsche („Rumaer“). Diese Gruppen waren und sind eine Bereicherung für das einst größte Dorf Österreichs. Apropos: „Traun ist ja eigentlich ein Dorf geblieben“, heißt es manchmal. Ja, und? Ist das ein Nachteil, dass sich die „eingesessenen“ Trauner untereinander noch kennen? Wohl kaum.
Kultur und Natur
Natürlich spielt die Nähe zu Linz eine Rolle für die Lebensqualität in Traun. Aber nicht nur. Kulturell hat Traun immer mehr zu bieten: Klassisches im Schloss, Modernes in der „Spinnerei“ und im Sommer wöchentliche Freiluftkonzerte am Freitag, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Traunauen bieten viel Möglichkeit zum Natur-Erlebnis.
Traun hat in den vergangenen Jahrzehnten sein Gesicht architektonisch verwandelt – und steht weiter vor Veränderungen. Die Flächen dafür in Zentrumsnähe hat sich die Stadt gesichert, nun muss es um die Umsetzung und die Finanzierung gehen. Zweifellos ist das eine Jahrhundertchance. Dass man das nicht übers Knie bricht, ist kein Nachteil. Denn nicht alle Versuche zur Stadtverbesserung sind in der Vergangenheit gut ausgegangen. Die Fußgängerzone war bald wieder Geschichte. Es gehört zur Trauner Identität, sich immer zu wandeln. Das sagt auch der Name der Stadt, den sie vom Fluss hat: Die Wurzel „dru“ bedeutet „laufen“ oder „fließen“. Traun ist also auch vom Namen her in Bewegung.
Ich bin ein Trauner – und ich bin es gerne
80% der jetzigen "Trauner" kann das weder lesen,schreiben noch erahnt er die Bedeutung dieser Worte.
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