Echte Mühlviertler sagen übrigens nicht Leonfelden, sondern „Laufä“. Das erinnert bis heute stark an „Lonveld“, so wurde der Ort in der ersten urkundlichen Erwähnung bezeichnet. Gemeint waren damit „lange Felder“.
Kurz bevor man zum Hauptplatz kommt, in der Nähe des Pizza-Kebap-Hauses, findet man etwas, das Einheimischen vielleicht gar nicht mehr auffällt: einen winzigen Park, eigentlich nur eine größere Verkehrsinsel, die den stolzen Namen „Promenaden-Park“ trägt.
Das möge jetzt bitte nicht herablassend verstanden werden, als wäre das ein Symbol für das Kleinstädtische. Hier soll nichts lächerlich gemacht werden. Die Leonfeldner brauchen gar keinen Park, weil sie massenhaft Natur in Sichtweite haben. Vielmehr scheint das nett gestaltete Fleckerl ein Zeichen dafür zu sein, dass man sich hier auch um die Schönheit im Kleinen kümmert.
„Fleißig und tüchtig“
Könnte es sein, dass die Leonfeldner ein eigener Menschenschlag sind? Das fragt man am besten einen Heimatforscher, der als „lebendes Geschichtsbuch“ gilt. Die Menschen hier, sagt Konsulent Werner Lehner, sind fleißig und tüchtig. Außerdem ist er davon überzeugt, dass die Stadt stark genug ist, um gegen Abwanderung zu bestehen.
Der Hauptplatz ist schön und tröstet darüber hinweg, dass auch in Bad Leonfelden unvermeidlich war, was bei jeder größeren Ansiedlung entsteht: der typische Stadtrand aus Großmärkten und dazugehörigen Parkplätzen. Architektonisch gewiss keine Augenweide, aber ohne geht’s halt nicht. Schon deshalb nicht, weil sonst dem Slogan „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ die Grundlage entzogen wäre. Leider gibt es im Ort auch leere Geschäftslokale.
Als Außenstehender weiß man nichts von den kleinen oder größeren Spannungen, die es überall gibt, deshalb kann man das Lebensgefühl wie ein Urlauber genießen. Es herrscht eine Kleinstadt-Atmosphäre im positiven Sinn, ohne dass der Ort verschlafen wirken würde. Was auch daran liegt, dass die Schulen viele junge Leute in die junge Stadt – die Erhebung liegt erst gut zehn Jahre zurück – bringen.
In vieler Munde
Weit über die Stadtgrenzen hinaus ist Bad Leonfelden in vieler Munde, und das im wörtlichen Sinn. Die Lebzelterei Kastner, das Pammer-Brot und die Fleischwaren vom Hochreiter sind überregional bekannte Marken.
Was fällt noch auf? Es gibt in Bad Leonfelden keine Verkehrsampeln, und falls das jemand zu leisem Spott animieren sollte, sei ihm erwidert: Haben Sie es lieber, wenn Sie Großstadt spielen, indem Sie alle 50 Meter vor einer roten Ampel stehen? Womit nichts gegen Linz gesagt sein soll.
Heimatforscher Werner Lehner, der unter anderem neue Straßennamen für Bad Leonfelden erfindet, ist unermüdlich dahinter, dass historische Schätze wie die Kirche Maria Schutz am Bründl erhalten bleiben. Weh tut ihm das verfallende Bürgerspital, und der Landesausstellung im Jahr 2013 schaut er auch nicht ohne Sorge entgegen. Aber er ist überzeugt, dass Bad Leonfelden Zukunft hat: „Der Fleiß der Wirtschaftstreibenden ist vorbildlich, und es wächst eine gute Jugend heran!“
Wie viel er über seine Stadt weiß, zeigte sich an einem Detail. Als ich am Rande erwähnte, dass mein Urgroßvater vor hundert Jahren hier gelebt hat, fand er in seiner außergewöhnlichen Sammlung ein uraltes Foto. Von der Schmiede des Ignaz Grasböck.
Tipps aus unserer Lokalredaktion: Traditionsreiches Wochenende in Bad Leonfelden
Die älteste Konditorei Österreichs und die verträumte Hügellandschaft sind nur zwei der vielen Gründe, die Kurstadt Bad Leonfelden für mindestens ein Wochenende zu besuchen.
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Hotel: Bad Leonfelden hat vier 4-Stern-Hotels im Angebot: Falkensteiner (¹), Spa Bründl, Kurhaus (ª) und Beautyfarm. Für jeden Geschmack ist etwas dabei – Wer die Wahl hat, hat die Qual.
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Essen: Das beste Lokal in Bad Leonfelden liegt eigentlich schon in Vorderweißenbach. Doch weil der Sternstein als Hausberg der Leonfeldner gilt, hat man auch das eben auf diesem Berg liegende Gasthaus Waldschenke () mit eingemeindet. Besonders die Aussicht von der Sonnenterrasse und natürlich das hervorragende Essen locken viele Ausflügler an. Im Winter ist die Waldschenke – vulgo Woferl – bei Langläufern besonders beliebt, startet doch die Loipe direkt hinter dem Gasthaus.
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Trinken: Um einen gemütlichen Kaffee zu trinken, bietet die kleine Stadt mehrere Möglichkeiten. Aus Traditionsgründen und weil der Name untrennbar mit Bad Leonfelden verbunden ist, kommt man aber nicht um das Café Kastner () herum. Seit 450 Jahren wird hier Kaffee- und Konditorei-Tradition gepflegt, die ihren Anfang mit einer Lebzelterei und Wachszieherei im Jahr 1559 nahm. Erst kürzlich gab es ein Facelift für das Kaffeehaus, das als die älteste Konditorei Österreichs, die nunmehr in der 13. Generation geführt wird, gilt.
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Einkaufen: Auf dem Hauptplatz von Bad Leonfelden findet sich ein bunter Branchenmix. Für Kleidung, Geschirr und Spielzeug geht man zu HOLE City Store (¼), Bücher gibt es bei Frick und Sportausrüstung jeglicher Art bei Sportsteam.
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Freizeit: Die Mühlviertler Hügellandschaft in und um Bad Leonfelden lädt zu Wanderungen und Spaziergängen ein. Zum Beispiel auf dem Waldlehrpfad (º, Start beim Sportplatz), der zum Moor führt, das Bad Leonfelden zu Kurstadt machte. Ebenfalls beliebt ist die Wanderstrecke über die Europäsche Wasserscheide hin zur Schwedenschanze (Start Hotel Falkensteiner). Dort findet sich auch der touristische Grenzübergang Rading, der nach Tschechien führt. Ebenfalls einen Besuch wert: Das Schulmuseum (½) und die Bründlkirche (æ). Besonders Wintersportfans kommen in Bad Leonfelden voll auf ihre Kosten. Der Sternstein-Lift bringt mit den neuen Gondeln vor allem auch Kinder sicher den Berg hinauf. Die drei Abfahrten sind für Anfänger wie für Profis geeignet.
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Nicht vergessen: Einen Besuch wert ist der Kinotreff Leone – eines der letzten Pfarrkinos in Oberösterreich. Vor kurzem wurde zwar auf 3D und Dolby Digital aufgerüstet, seinen verträumten Charme hat sich das kleine Kino trotzdem noch bewahrt: Statt Cola aus dem Becher gibt‘s Bier aus der Flasche und neben Blockbustern werden auch immer wieder Arthouse-Filme gezeigt.
Geschichte: Seit den 60ern Kurstadt
Bad Leonfelden wurde 1154 als Lonveld erstmals urkundlich erwähnt und erhielt vor 1356 Marktrechte. In Leonfelden bestand bereits zwischen 1881 und 1919 ein Moorbad. In den 1960er Jahren wurde ein Kurhaus eröffnet, seither darf sich der Kurort Bad Leonfelden nennen. Damit setzte eine erfolgreiche touristische Entwicklung ein. Seit den 1970er Jahren wurde Leonfelden zum Schulort ausgebaut und 2001 von der oberösterreichischen Landesregierung zur Stadt erhoben.
Tipp: 150 Routen in der Halle
2008 wurde die Kletterhalle im Sporty Bad Leonfelden eröffnet. Geklettert werden kann auf einer der über 150 Routen auf 745 Quadratmetern Kletterfläche. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Verein „Klettern ohne Grenzen“. Weitere Infos auf www.kletterhalle-badleonfelden.at
Das sind Bad Leonfeldens Pluspunkte
1. Touristisch kann Bad Leonfelden eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Von rund 40.000 Nächtigungen im Jahr 2003 konnte man sich auf 114.000 im Jahr 2010 steigern. Es gibt vier 4-Stern-Hotels.
2. Mehr als nur ein Modernisierungsschub wurde auf dem Sternstein gemacht. Der Sessellift wurde durch eine moderne Gondel-Anlage ersetzt. Die erste Saison war sehr erfolgreich, viele Skifahrer aus Tschechien nutzen das Angebot.
3. Das Potenzial, das sich durch die Nähe zu Tschechien ergibt, wird immer besser genutzt. Sei es in touristischer Hinsicht mit einer gemeinsamen Vermarktung oder bei der Landesausstellung 2013.
4. Obwohl es immer schwieriger für die Gemeinden wird, ihre Budgets auszugleichen, ist Bad Leonfelden einer der wenigen Orte, dem das bisher noch gelungen ist. Ob es sich auch für das Haushaltsjahr 2012 ausgeht, ist noch offen.
5. In Sachen Bildung hat Bad Leonfelden einiges zu bieten. Vor allem die fünfjährige Hotelfachschule ist weit über Oberösterreich hinaus bekannt für eine qualitativ hochwertige Ausbildung.
Das sind Bad Leonfeldens Herausforderungen
1. Eine Herausforderung, die noch zur großen Chance werden kann, ist die grenzüberschreitende Landesausstellung 2013. Nach einem holprigen Start ist es nun Zeit, mit den Baumaßnahmen zu beginnen.
2. Ebenfalls dringend ist der Ausbau des Kindergartens. Lange wurde er verschoben, Ausweichquartiere, die als Provisorium gedacht waren, haben sich schon fast zu Dauereinrichtungen entwickelt. Auch notwendig: die Schulsanierung.
3. Touristisch hat Bad Leonfelden eine rasante Entwicklung hinter sich, die Infrastruktur hinkt aber noch etwas hinterher. Zwei Wanderwege und keine ausgeschilderte Laufstrecke sind zu wenig.
4. Wie in vielen Städten, wird auch die Hauptplatzgestaltung in Bad Leonfelden intensiv diskutiert. Pläne, Wünsche und Ideen gibt es viele – vor allem vonseiten der Gastronomie, die auf Gastgärten hofft. Offen ist aber noch die Finanzierung.
5. Auch wirtschaftlich steht Bad Leonfelden zwar gut da, aber die Weichen für die Zukunft müssen jetzt gestellt werden. Schon über ein Jahr wird an einem Inkoba gebastelt – bisher ohne Erfolg.
nur die övp die treibende kraft. weil einen status, sich als stadt zu nennen, haben die sicher nicht. da wird wohl der hartl täglich beim pühringer gesessen sein und um das stadtrecht gebettelt haben. aber die leonfeldner war immer schon ein wenig anders.
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