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Oberösterreich

Fünf Fälle in nur einem Monat: Jugendbanden schlagen brutal zu

LINZ. Auf offener Straße wurde ein 47-Jähriger in Linz von mehreren Jugendlichen ins Gesicht geschlagen. Vier ähnliche Fälle – die meisten davon an Haltestellen von Bus oder Straßenbahn – binnen eines Monats beschäftigen die Polizei.

Der Vorarlberger hatte vorgestern an der Straßenbahn-Haltestelle Unionkreuzung gewartet, als er mit einer Gruppe von Jugendlichen in Streit geriet. Die jungen Männer waren nicht zimperlich: Sie schlugen ihr Opfer brutal ins Gesicht. Der Mann wurde mit Kopfverletzungen und einer Rissquetschwunde ins Linzer Unfallkrankenhaus gebracht. Die jungen Männer flüchteten unerkannt. Warum sie den Mann angegriffen haben, wird derzeit noch ermittelt.

Der Vorarlberger ist mit seiner Geschichte nicht alleine. Innerhalb eines Monats wurden im Linzer Stadtgebiet fünf Fälle angezeigt, bei denen Personen von Gruppen junger Gewaltbereiter ohne erkennbares Motiv geschlagen und verletzt worden sind (siehe Grafik nebenan).

Die Linzer Polizei setzt ab sofort in der Nähe von Haltestellen vermehrt Streifen, auch in Zivil, ein. Der Linzer Polizeipräsident Walter Widholm: „Wir wollen Präsenz zeigen, können aber nicht überall sein.“ Von einer Überfallserie will der Polizeichef noch nicht sprechen, wohl aber von „Einzelfällen, die gehäuft auftreten“.

Brutalität nimmt zu

„Derartige Gruppendelikte hat es immer schon gegeben. Die Brutalität, mit der das heute geschieht, ist das neue Phänomen“, sagt Werner Leixnering, Jugendpsychiater in der Landesnervenklinik Linz.

Begonnen hat die Serie von Überfällen am 18. Jänner, als eine Schülerin von zwei Männern aus einer Straßenbahn gezogen und geschlagen wurde. Eine Woche später wurde ein 17-Jähriger am Heimweg von der Tanzschule von drei Jugendlichen verfolgt. Als er bei der Landgutstraße aus der Bim stieg, schlugen sie ihn mit der Faust ins Gesicht und brachen ihm die Nase.

Lesen Sie mehr zum Thema Sicherheit in der Serie „Wie sicher ist Oberösterreich?“ ab Samstag in den OÖNachrichten.

 

3 Fragen an: Walter Widholm

Der Linzer Polizeipräsident Walter Widholm sieht in den Überfällen an Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln ein neues Phänomen. Hauptsächlich handle es sich bei den Tätern um Jugendliche, die sich „abreagieren“ wollen.

OÖN: Binnen weniger Wochen kam es zu einer Vielzahl gewaltsamer Übergriffe an Haltestellen. Wird die Polizei mit dieser Entwicklung fertig oder gibt es zum Beispiel ein Personalproblem bei der Exekutive?

Widholm: Es sind nun vermehrt Streifen sowohl in Zivil als auch in Uniform in der Nähe von Haltestellen unterwegs. Wir haben bei der Linzer Polizei genug Beamte. Wir wollen den Bürgern zeigen, dass wir präsent sind. Natürlich können wir nicht überall gleichzeitig sein.

OÖN: Ist in Ihren Augen die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen in den vergangenen Jahren angestiegen?

Widholm: Ich glaube, so pauschal kann man das auf keinen Fall beantworten. Aus momentaner Sicht handelt es sich um Einzelfälle, die nur gehäuft auftreten.

OÖN: Wie sollte man sich als Betroffener oder Zeuge im Falle eines solchen Übergriffs verhalten?

Widholm: Den Opfern rate ich zu Passivität. Forderungen der Täter sollten erfüllt werden. Auf keinen Fall sollte man mit Gegengewalt reagieren. Für Zeugen gilt eine einfache Regel: Rufen Sie die Polizei. Den Helden zu spielen, kann fatal enden.  

3 Fragen an: Werner Leixnering

Derartige Gruppendelikte hat es immer schon gegeben, sagt Kinder- und Jugendpsychiater Werner Leixnering, Primar am Wagner-Jauregg-Krankenhaus. Neu sei allerdings die Brutalität, mit der vorgegangen werde.

OÖN: Was treibt Jugendliche dazu, fremde Menschen ohne ersichtlichen Grund einfach zu attackieren?

Leixnering: Das Problem ist, dass es sich offensichtlich um eine Mischung aus lustvollem Attackieren, Ausprobieren, wie es ist, auf andere loszugehen, handelt. Dazu kommt eine nicht einschätzbaren Neigung zur Gewalt. Das ist die Ausgangslage, dazu kommt, dass Jugendliche heute viel schlechter einschätzen können, wann füge ich jemandem schweren Schaden zu.

OÖN: Woher rührt dieses Verhalten?

Leixnering: Das sind Menschen, die nicht gelernt haben, wo die Grenzen sind und gleichzeitig Vorbilder haben, die überhaupt keine Rückmeldung geben. Man muss aber auch sagen, das sind bestimmte Jugendliche, solche mit schlechten psychosozialen Voraussetzungen.

OÖN: Würden diese Jugendlichen auch alleine zuschlagen?

Leixnering: Das ist die Frage, ob die Gruppe, die Schwelle, die ich zu übersteigen bereit bin, reduziert. Das glaube ich schon. Ich glaube, alleine würde das nicht so leicht und nicht so schnell passieren. Derartige Gruppendelikte hat es immer schon gegeben, die Brutalität, mit der das heute geschieht, ist das neue Phänomen.     (rofi)

 

Sicher unterwegs in der Bim

Seit Einführung eines neuen Sicherheitskonzeptes im vergangenen Mai gingen die angezeigten Delikte in den Linz Linien um 25 Prozent zurück.

Mehr Polizei in der Straßenbahn, Ticketkontrollen in Uniform und die Zusammenarbeit mit Streetworkern bei Problemen mit Jugendlichen sollten das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste heben. Die verstärkte Präsenz von Polizei und Securitas-Mitarbeitern vor allem in den Abendstunden zeigt bereits Wirkung. „Die Zahl der Diebstähle ist im Vergleich zum Vorjahr von 755 auf 525 gesunken, ebenso die Zahl der Gewaltdelikte von 90 auf 70. Insgesamt gingen die Straftaten um 25 Prozent zurück, von 1028 im Jahr 2009 auf 750 im vergangenen Jahr“, sagt Erich Haider, Geschäftsführer der Linz Linien. Den Kunden seien laut Haider „gut geschulte Fahrer, die kompetent reagieren“, besonders wichtig. Deshalb werden in Zukunft neben den Bim-Fahrern auch die Buschauffeure von der Polizei geschult. Die Zusammenarbeit mit den Streetworkern hat sich bewährt und soll weiter ausgebaut werden.

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Pilotprojekt - Idee ohne Geld! · von GunterKoeberl-Marthyn (4452) · 24.02.2011 16:48 Uhr

"Das ist der Zauber der Montur" aus der Operette "Die Landstreicher" ist hier das Motto: Wir verteilen in ganz O.Ö. an Menschen mit "Zivilcorage" eine Baskenkappe mit goldenen Adler! Diese Personen sind bereit durch den Notruf sofort die Polizei zu rufen!
Ich habe diese Kappe bereits getestet, die Jugendlichen benehmen sich sofort um einen Stufe weniger laut, sie können diese "Goldauszeichnung" nicht zuordnen, in der Strassenbahn wurde es bei meinem Eintritt sofort ruhig, die Menschen suchten nach den Fahrkarten!
Jeder Kappenbeseitzer trägt diese natürlich nur, wenn er will! Zugleich grüsse ich die Jugend mit "Servas" oder "Hallo" und wurde noch immer nett zurückgegrüsst! Wir "Alten" müssen nicht immer wegen der "Rangfolge" warten!
Die Jugend sollte sich eingebunden fühlen, und für die bunte Pankergruppe, mit dem Hund in der Landstrasse, hatte ich auch noch 50 Cent!Der Hund von denen war sogar mit einer Decke zugedeckt!
Das "Outfit" ist deren Freiheit die wir respektieren sollten!

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Baskenkappe mit goldenen Adler · von stoeffoe (9476) · 24.02.2011 16:59 Uhr

He - sowas hab ich zuhause im Keller!
Ich hab damals beim Abrüsten aus der Miliz die Uniform behalten.
Ich war leichter Jäger, meine Baskenmütze mit goldenem Adler ist also grün ... zwinkern

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Lieber stoeffoe! Bitte mache den Test · von GunterKoeberl-Marthyn (4452) · 24.02.2011 20:16 Uhr

und schreib uns, wie die Idee bei Dir angekommen ist! Welche Farbe nun die Militärmütze hat ist egal, aber diese sollten kostelos aus dem Keller geholt werden!
In Freundschaft - Dein Gunter - mit Mütze beim nächsten Treffen zur Probe?

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Artikel 24. Februar 2011 - 00:04 Uhr
Nina Lindschinger
Bild vergrößern Grafik Linz Überfälle

Bild: OÖN Grafik

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