~Ich erinnere mich gut an meinen besten Lehrer: Er war gerecht, kompetent, gütig, unterhaltsam und vermittelte Wertehaltungen.}
OÖN: Welche Menschen sollten nie Lehrer werden?
Atteneder: Personen, die ihre Amtsautorität missbrauchen würden, um Macht auszuüben, und Personen, die Kinder zu funktionierenden Maschinen erziehen würden.
OÖN: Wenn Sie sich an Ihre Schulzeit zurückerinnern: Wie war der beste Lehrer, den Sie je kennen gelernt haben?
Atteneder: Er war gerecht, kompetent, gütig, unterhaltsam und er vermittelte uns Wertehaltungen.
OÖN: Warum sind Sie Lehrerin geworden?
Atteneder: Ich mag Kinder und Jugendliche. Und in der Hauptschule hatte ich einen wunderbaren Geschichtelehrer, der es verstand, uns alle in Bann zu ziehen. Das wollte ich auch können. Aber den endgültigen Entschluss fasste ich aus Trotz, weil ich im Gymnasium leider das Gegenteil eines Pädagogen als Klassenvorstand hatte und ich beschloss: „So ein Lehrer werde ich auf gar keinen Fall sein! Das kann man mit Sicherheit anders machen!“
OÖN: Würden Sie sich als typische Lehrerin bezeichnen?
Atteneder: Dem Klischeebild entspreche ich sicher nicht. Aber für mich ist ein typischer Lehrer jemand, der Freude am Erfolg anderer hat und Wissen gerne vermittelt. Zum Lehrersein gehört auch, sich über kleine Fortschritte zu freuen und sich durch Rückschläge, vor allem im Bereich Erziehung, nicht frustrieren zu lassen. So gesehen, bin ich schon eine typische Lehrerin.
OÖN: Es gibt viele Vorurteile gegen Lehrer. Etwa dass sie vormittags frei und nachmittags recht hätten. Stören Sie solch provokante Behauptungen?
Atteneder: Eigentlich nicht, weil ich weiß, dass es nicht so ist. Schule ist in etwa vergleichbar mit Theater. Es gibt ein „On-stage“ und ein „Backstage“. Die meisten Menschen wissen nicht, was die Leute „backstage“ alles leisten müssen, damit das „On-stage“ überhaupt klappt. Und Rechthaben ist ja grundsätzlich etwas Postitives, oder? Mit nachmittags frei kann ich weniger auffangen, da ich Hauptschullehrerin bin und wir nachmittags Unterricht haben, oder Kurse, die nötig sind, um eine gute neue Mittelschule zu kreieren. Auch müssen Korrekturarbeiten erledigt und Vorbereitungen gemacht werden, da wir Hauptschullehrer nicht nur unsere geprüften, sondern auch alle anderen Fächer unterrichten müssen.
OÖN: Was macht den Lehrberuf anstrengend, und wie kann man Erfüllung finden?
Atteneder: Anstrengend finde ich die jährliche Rauferei um die nötigen Stunden, um die Schüler genügend betreuen zu können. Auch Minister, die fachfremd sind und auf ihre Untergebenen schimpfen, sind für mich anstrengend. Es kommt mir auch vor, dass von Jahr zu Jahr die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder mehr, und die Leistungsfähigkeiten weniger werden, die man bewältigen muss. Wie man Erfüllung findet, weiß ich nicht. Ich versuche, auf das Positive zu schauen. Neues auszuprobieren und gut vorbereitet zu sein, gehört auch dazu, denn das stärkt meine Persönlichkeit und meine Autorität.
OÖN: Würden Sie noch einmal Lehrerin werden?
Atteneder: Ja und nein. Ich mag es noch immer, mit Kindern zu arbeiten, zu beobachten, wie sie sich entwickeln. Ich wurde einst als Wissensvermittler ausgebildet. Das reicht heute bei Weitem nicht. Heute muss man Pädagoge, Didakt, Sonderschullehrer, Verhaltenstrainer, Entertainer, Kontrolleur, Teamleiter, Beamter, Familienberater, Krankenschwester, Computerspzeialist und einiges mehr sein. Das ist halt ein bisserl viel.
aber unfähige lehrpersonen findet man in allen schultypen!!
es sollten bei den leistungsbeurteilungen auch klassenfremde lehrerpersonen "mitbeurteilen" dürfen !!
dann hätte man schnell die spreu vom weizen getrennt !!
Bei einem Interview sind selbstverständlich die Antworten der Interviewten interessant. Noch interessanter allerdings die Fragen, die Redakteure stellen.
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(+) „Welche Menschen sollten nie Lehrer werden?“ ist z.B. eine äußerst konstruktive Frage, da die Antwort „Personen, die ihre Amtsautorität missbrauchen würden, um Macht auszuüben, und Personen, die Kinder zu funktionierenden Maschinen erziehen würden“ fast hundert Prozent der konservativen Lehrerwelt den Boden unter den Füßen wegzieht.
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(-) „Würden Sie sich als typische Lehrerin bezeichnen?“ ist eine absolut sinnlose Frage, da der „typische Lehrer“ in den Augen von 1,4 Millionen OberösterreicherInnen verschieden ausschaut.
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Ebenfalls ein Minus für alle anderen Fragen, die außer Textfüllerei keinen tieferen Zweck erfüllen.
• Wem wollten Sie trotzen? Wer hat Sie so „grantig“ gemacht?
• Wenn es also schlechte Lehrer gegeben hat, und gibt. Welchen Schaden richten „schlechte Lehrer“ Ihrer Meinung nach an?
• Wie begegnen Sie LehrerInnen in Ihrer Schule, die das Klischee „dass sie vormittags frei und nachmittags recht hätten“ durch ihr Verhalten begründen. Wie geht die Hierarchie mit diesen Menschen um?
• Welche gravierende System-Änderung würden Ihnen in Ihrem Job helfen?
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