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Oberösterreich

Helmut Kindig: Ein Meister der Digital-Fotografie

Bild vergrößern Ein Meister der Digital-Fotografie

Helmut Kindig mit einem seiner prämierten Fotos  Bild: müf

Helmut Kindig (77) steht wieder einmal im besten Licht: Zum sechsten Mal darf sich der Welser „Landesmeister der oö. Amateurfotografen“ nennen. Zwei Mal wurde er bereits bester Fotokünstler auf Bundesebene – zuletzt 2005.

Die Basis legte ihm seine Mutter in die Wiege – wenngleich in Form eines Zeichentalents. „Karl Görlich, mein Zeichenlehrer in der Hauptschule, wollte unbedingt, dass ich die Kunstschule besuche.“ Doch sein Vater hatte Einwände gegen einen „Hungerleiderberuf“. Helmut lernte Elektromechaniker, absolvierte die Meisterprüfung, arbeitete beim Kremsmünsterer Kunststoffwerk und schuf Bilder nur noch für sich – mit Aquarellfarben, Kohle und Öl.

Als 16-Jähriger drückte er mit Begeisterung auf den Auslöser der Zeiß-Kamera seines Vaters. Diese Kunst sollte ihn nicht mehr loslassen. Es dauerte noch bis 1958, ehe er seine erste eigene Kamera in Händen hielt. „Es war eine Voigtländer“, erzählt Kindig. Noch im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Fotoclubs Wels-Ganser, 1962 gewann er seinen ersten Staatsmeistertitel.

Berufsbedingt verlor der zweifache Vater in den Folge die Fotografie etwa aus seinem Sucher. Erst in den frühen Siebzigerjahren wurde die Kamera wieder ständiger Begleiter. „Ohne sie gehe ich nicht und wenn ich sie einmal vergesse, dann dauerte es nicht lange, bis ich mich ärgere, weil ich ein perfektes Motiv vor mir habe“, sagt Kindig. Immerhin ist er fast täglich in der Natur unterwegs. Dass sich in seiner Lichtenegger Wohnung eine ansehnliche Zahl von Kameras über die Jahre angesammelt hat, versteht sich von selbst. Immerhin war er auch Reisefotograf für Kneissl-Touristik.

Einen Quantensprung machte Kindig mit 73 Jahren. „Ich kaufte mir eine Digitalkamera und einen Computer.“ Seither vergeht kein Tag, an dem der Fotokünstler nicht Aufnahmen bearbeitet: Ein von Kindig im Grünauer Wildpark fotografierter Hirsch mit mächtigem Geweih wird in ein herbstliches Foto eines Wanderwegs auf dem Reinberg kopiert. Aus zwei Bildern Kindigs entsteht ein drittes, das ebenfalls seine Handschrift trägt.

Das begeistert den junggebliebenen Fotografen, der „fürs Altern keine Zeit hat“. Das könne er sich nicht leisten, scherzt er mit einem Augenzwinkern und blickt auf Tochter Gabriele und Enkelin Christina, denen er seine künstlerische Ader vererbt hat. (müf)

Helmut Kindig

Beruf: Pensionist, zweifacher Staats-, sechsfacher Landesmeister der Amateurfotografen
Wohnort: Wels
Geboren: 11. 1. 1932
Hobbys: Fotografie, Natur

Nachgefragt

Wels schätze ich, weil ...... es eine Stadt mit viel Grün ist.

Mein schönstes Fotoerlebnis: Reisefotografie im Orient

Fotografieren ist für mich ...... ein Lebenselixier: Bin ich nicht mit der Kamera manuell dabei, denke ich daran, wie ich ein Foto komponieren könnte.

Mein Lebensmotto: Ständig etwas unternehmen

Bier oder Wein: Ich trinke keinen Alkohol.

Ich freue mich ...... auf Aufenthalte in er Natur.

Liebstes Reiseziel: Tierpark Grünau, Zoo Schmiding

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